Apothekenexklusivität

Nur in Apotheken und bei Müller

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Berlin -

„Nur in der Apotheke“ – viele Hersteller hochwertiger Kosmetik oder anderer Freiwahlprodukte legen Wert auf Apothekenexklusivität. Der Deo-Hersteller Syneo hat sich dagegen bewusst für den Drogeriemarkt geöffnet – zunächst nur für einen: Die Produkte sind seit August auch in Müller-Drogeriemärkten erhältlich. Der Hersteller möchte so die hauptsächlich junge Kundschaft besser erreichen, setzt aber weiterhin auch auf die Apotheken.

Hinter Syneo steht die Firma Thomas Brunner Hygiene, ein Familienbetrieb aus dem baden-württembergischen Schlierbach. In den 1960er Jahren ging es mit einer Handwaschpaste los, die an Unternehmen aus dem Maschinenbau verkauft wurde. Doch als immer mehr Firmen ihre Betriebsstätten ins Ausland verlagerten, mussten die Brunners umdenken.

Mitte der 90er-Jahre wurde in Zusammenarbeit mit einem Frankfurter Apotheker ein Antitranspirant entwickelt, im Jahr 2000 wurde Syneo eingeführt. Heute macht das Aluminiumchlorid-haltige Deo weit über 90 Prozent des Umsatzes aus und ist zu einem Synonym für die Firma geworden.

Das Deo ist nicht für den täglichen Gebrauch gedacht, sondern für Menschen mit starken Schweißproblemen. Bis zu fünf Tage soll das Mittel vor übermäßiger Transpiration schützen. Syneo hatte hierzulande beim Vertrieb zunächst nur auf Apotheken gesetzt.

Doch im vergangenen Jahr habe man sich dafür entschieden, in den Drogeriemarkt zu gehen, berichtet Firmenchef Thomas Brunner, der das Unternehmen zusammen mit seinem Vater leitet. „Wir haben unsere Zielgruppe nicht mehr erreicht“, so Brunner. Der Großteil der Kunden sei zwischen 15 und 45 Jahre alt. Gerade Männer in diesem Alter gingen selten in die Apotheke, so Brunner. Anzeigen in der Apotheken Umschau hätten da nur wenig geholfen.

Deswegen gibt es Syneo seit August auch in den Filialen der Drogeriekette Müller. In TV-Spots wirbt der Hersteller auch für die neuen Vertriebswege. Müller sei der Wunschpartner gewesen, aber auch mit Konkurrent dm liefen derzeit schon Gespräche, verrät Brunner.

Trotzdem werde man weiter auf den Verkauf in Apotheken setzen, die rund zwei Drittel des Umsatzes brächten. Schließlich könne das Fachpersonal in Apotheken die Wirkweise des Deos am besten erklären, so Brunner. Für Mai sei deshalb eine große Werbekampagne geplant, bei der alle Apotheken mit Pröbchen und Flyern ausgestattet werden sollen.

Das Familienunternehmen mit zehn Mitarbeitern fährt nach eigenen Angaben einen Jahresumsatz von rund zwei Millionen Euro. Deutschland ist heute der wichtigste Markt, doch über eigenständige Vertriebspartner wird das Produkt auch in vielen europäischen Ländern verkauft. Niederländische Drogeriemärkte waren lange ein Absatzschwerpunkt, mittlerweile ist das Deo aber auch in Kasachstan und Brasilien erhältlich.

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