Sachverständigenrat

Gröhe: Boni für Ärzte, kein Wort zu Apotheken Julia Pradel, 30.09.2014 14:52 Uhr

Berlin - Das Gutachten des Sachverständigenrates im Gesundheitswesen hatte Ende Mai für viel Aufruhr gesorgt: Als Perspektive für die Versorgung in ländlichen Regionen hatten die Experten unter anderem die Aufhebung der Festpreise bei Rx-Arzneimitteln, die Abschaffung des Fremd- und Mehrbesitzverbots und ein eingeschränktes Dispensierrecht für Ärzte gefordert. Heute diskutierte Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) mit den Verfassern des Gutachtens.

Bei der Diskussion des Gutachtens betonte Gröhe, es sei eine der zentralen Aufgaben der Gesundheitspolitik, die bedarfsgerechte und hochwertige Versorgung unabhängig vom Wohnort sicherzustellen. „Gerade in strukturschwachen Regionen bedarf es besonderer Anstrengungen, um eine gut erreichbare medizinische Versorgung auch künftig aufrecht zu erhalten.“ Das Ziel ist demnach eine gleichmäßigere Verteilung der Ärzte: Die drohende Unterversorgung auf dem Land solle verhindert und die Überversorgung in Ballungsgebieten abgebaut werden.

Perspektiven sieht der Minister in dem sektorübergreifendem Zusammenwirken der Berufsgruppen und dem technischen Fortschritt. Mit dem Innovationsfonds, der noch im Herbst im Versorgungsstärkungsgesetz verankert werden soll, sollen sektorübergreifende Modelle gefördert werden, die dann auch schnell in die Regelversorgung überführt werden sollen.

Der Telematik steht die Pharmakologin Professor Dr. Petra Thürmann skeptisch gegenüber, zumindest bei der Versorgung von Chronikern. Es gebe keinen Nachweis, dass durch die Technologie die Sterblichkeit gesenkt werde. Sie betonte, Telematik-Anwendungen müssten wie Arzneimittel evidenzbasiert sein – und dann sollten diese Leistungen auch vergütet werden.

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