Irland

„Apotheker können mehr, als ihnen erlaubt wird“ APOTHEKE ADHOC, 09.05.2017 14:50 Uhr

Berlin - Das Potenzial der Pharmazeuten werde nicht ausgeschöpft, meint der Irische Apothekerverband (Irish Pharmacy Union, IPU) und forderte mehr Kompetenzen für den Berufsstand. Apotheker könnten nicht nur dabei helfen, die Belastung der Hausärzte zu mindern. Auch die Attraktivität des Apothekerberufes würde sich dadurch erhöhen.

Es werde immer schwieriger, junge Menschen für den Beruf des Apothekers zu begeistern. Es gebe Hinweise, dass junge qualifizierte Apotheker nach dem Studium entweder gar nicht erst in eine öffentliche Apotheke gingen oder aber diese schon bald wieder verließen, um Karriere in anderen Bereichen zu machen, sagte Vorstandsmitglied Catriona O'Riordan laut Nachrichtenportal newstalk.com auf einer Branchenkonferenz.

Die Gründe dafür sind aus ihrer Sicht vielfältig. Wichtige Faktoren seien allerdings das hohe Maß an Verwaltungsaufgaben sowie überbordende Bürokratie. Hinzu komme, dass viele Apotheker das Gefühl hätten, dass ihre Fähigkeiten und Kompetenzen – im Vergleich zu den Kollegen in anderen Ländern – nicht ausreichend zum Einsatz kämen.

Als Beispiel nannte sie Großbritannien. Die Rolle der britischen Apotheker in der hausärztlichen Versorgung soll weiter gestärkt werden. So sollen sie künftig zunehmend als Anlaufstelle für Patienten mit Bagatellerkrankungen fungieren. Dagegen seien irische Apotheker frustriert, weil ihre Kenntnisse und Fähigkeiten nicht angemessen anerkannt und eingesetzt würden, betonte sie. Die notwendige Schritte sind nach Auffassung von O'Riordan der Bürokratieabbau und eine Erweiterung der Kompetenzen. „Irische Apotheker können mehr, als ihnen derzeit erlaubt wird“, wird O'Riordan zitiert.

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