Kritik nach Beragena-Fall

Hänel: Inkassopflicht muss weg

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Berlin -

Die Freie Apothekerschaft (FA) kritisiert, dass Apotheken für Herstellerrabatte aufkommen müssen, die die Firmen etwa wegen Zahlungsschwierigkeiten nicht an die Krankenkassen entrichten. Der Verein fordert eine Gesetzesänderung.

Die FA-Vorsitzende Daniela Hänel spielt auf den Fall des Reimporteurs Beragena ab, der sich seit 18. August in einer vorläufigen Eigenverwaltung befindet. Apotheken, die offene Posten aus der Verrechnung der Herstellerabschläge haben, müssen ihre Ansprüche beim Sachwalter geltend machen.

Hänel will gegen diese Ungerechtigkeit vorgehen: „Mit der Inkassopflicht für die Krankenkassen tragen wir das volle Risiko ohne irgendeinen finanziellen Ausgleich.“ Die Freie Apothekerschaft sieht hier Handlungsbedarf: „Das SGB V muss dringend geändert werden“, so Hänel. „Es kann nicht sein, dass die Apotheken Schulden anderer bezahlen müssen, die sie nicht zu verantworten haben. Der Herstellerrabatt werde zwischen Herstellern und Krankenkassen vereinbart, da sind wir Apothekeninhaber/-innen außen vor.“ Die groben Fehler in der Gesetzgebung seien zum Nachteil der Apotheken.

Der Verein moniert außerdem, dass die Apotheken keinen Schutz des Gesetzgebers gegenüber den Rechenzentren hätten. Der Gesetzgeber müsse dafür sorgen, dass Apotheken vor Einnahmeausfällen wie im Fall der AvP-Insolvenz geschützt seien. Hänel: „Es ist ein Armutszeugnis der Bundesregierung, in diesem Skandal nicht eingegriffen zu haben und sich aus der Verantwortung zu stehlen.“

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