Spezifische Immuntherapie

ALK bringt erste Frühblüher-Tablette

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Berlin -

Alk-Abelló hat die nationale Zulassung für Itulazax erhalten: Das Arzneimittel ist die erste zugelassene Frühblüher-Tablette zur spezifischen Immuntherapie weltweit. Sie wird voraussichtlich ab September in Deutschland erhältlich sein.

In Europa leiden mehrere Millionen Menschen an Allergien gegen Pollen von Frühblühern. Etwa ein Viertel der von allergischer Rhinitis Betroffenen sind mit den Behandlungserfolgen symptomlindernder Medikamente unzufrieden, da sie nicht ausreichen, um die auftretenden Beschwerden gut zu kontrollieren. Für diese Patienten könnte Itulazax eine neue Behandlungsoption darstellen: Die Prävalenz der Sensibilisierung gegen Pollen von Frühblühern liegt bei Erwachsenen in Deutschland bei 19 Prozent und entspricht damit in etwa der Prävalenz gegen Gräserpollen.

Die neue Tablette ist indiziert für Frühblüherallergiker im Alter von 18-65 Jahren, die an einer allergischen Rhinitis oder Konjunktivitis leiden, welche durch Pollen von Bäumen aus der birkenhomologen Gruppe hervorgerufen wird und deren Symptome trotz Verwendung symptomlindernder Arzneimittel weiter bestehen. Zu diesen Bäumen zählen Birke, Erle, Hainbuche, Haselnuss, Eiche und Buche. Die erste Einnahme der Tablette sollte unter ärztlicher Aufsicht stattfinden, die weitere tägliche Behandlung kann dann zu Hause erfolgen. Es handelt sich um gefriergetrocknete Tabletten, die sekundenschnell die Wirkstoffe freisetzen. Eine Einnahme mit Wasser ist daher nicht notwendig, auch spezielle Dosisanpassungen oder besondere Lagerbedingungen sich nicht erforderlich.

Die Wirksamkeit und Sicherheit von Itulazax wurde in mehreren klinischen Studien untersucht: Die Frühblüher-Tablette wurde in vier randomisierten, doppelblind- placebokontrollierten Studien geprüft. Darin konnte gezeigt werden, dass die Behandlung die Symptome und den Medikamentenverbrauch im Vergleich zu Placebo um 40 Prozent senkte. Dieser Effekt war über die gesamte Birken- Erlen-und Haselpollensaison nachweisbar. Am klinischen Entwicklungsprogramm nahmen mehr als 1500 Allergiker teil. Die spezifische Immuntherapie ist bislang die einzige Möglichkeit, die Ursache einer Allergie zu behandeln.

„Allergische Rhinitis und Bindehautentzündungen, die durch Pollen von Frühblühern verursacht werden, können das Leben der Betroffenen stark beeinträchtigen und sich auf den Schlaf, die Arbeit und die Aktivitäten im Freien mit Freunden und Familie auswirken“, erklärt Professor Dr. Tilo Biedermann, Allergologe und Dermatologe an der TU München. „Eine umfangreiche Kreuzreaktivität innerhalb der birkenhomologen Gruppe verlängert die Pollensaison und den Zeitraum, in dem Menschen mit Allergien gegen Frühblüher Beschwerden haben.“ So berichten 95 Prozent der Patienten, bei denen eine Birkenpollenallergie diagnostiziert wurde, auch bereits von Symptomen, wenn Erle und Hasel zu blühen beginnen.

Die Symptome einer Allergie sind lästig und häufig nicht nur auf die Nase oder die Augen begrenzt. Es kommt zu Juck- und Niesreiz mit Niesanfällen, Schwellungen der Nasenschleimhaut mit behinderter Nasenatmung und verstärktem Ausfluss von wässrig-klarem Nasensekret. Die Augen können jucken, brennen und gerötet sein, außerdem kann es zu vermehrtem Tränen der Augen kommen. Auch Begleitsymptome sind möglich: Kopfschmerzen, Müdigkeit und Schlappheit können auftreten. Viele Betroffene leiden auf Dauer unter Schlafstörungen und damit verbundenen Konzentrationsproblemen.

Häufig kommt es unbehandelt zu Komplikationen: Ein Übergang von der allergischen Rhinitis in ein allergisches Asthma bronchiale ist möglich. Bei etwa einem Drittel der Fälle kommt es im Verlauf zu einem „Etagenwechsel“: Die Symptome weiten sich auf die unteren Atemwege aus. Erste Anzeichen sind pfeifende Atemgeräusche, vermehrter Husten oder Atembeschwerden meist in Zusammenhang mit dem Allergenkontakt und unabhängig von einer Infektion der Atemwege.

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