Dänemark

Drogeriekette bekommt Pick-up geschenkt

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Eigentlich ist Pick-up in Dänemark bereits seit 1984 erlaubt. Doch erst jetzt entdeckt die Drogeriekette Matas das Geschäftsmodell, mit dem sich verschreibungspflichtige Arzneimittel auch außerhalb der Apotheke an den Mann bringen lassen. Dass Matas jetzt Rx-Arzneimittel im großen Stil anbieten kann, ist ein Abschiedsgeschenk der scheidenden rechtskonservativ-liberalen Regierung.

Das Konzept funktioniert genauso wie in Deutschland: Der Patient gibt sein Rezept in der Drogerie ab. Matas schickt den Auftrag an die Apotheke, die das Medikament in versiegelten Plastiktüten an die Matas-Niederlassung ausliefert. Dort kann sich der Patient das Arzneimittel abholen und bezahlen.

Aktuell werden in drei Matas-Filialen Rezepte gesammelt und Rx-Medikamente ausgegeben. Die Drogeriekette hat einen Vertrag mit einer Apotheke aus der Region Jütland geschlossen. In Zukunft soll das Konzept ausgeweitet werden; einen Zeitplan gibt es aber noch nicht.

Bislang waren Pick-up-Stellen nur innerhalb des Einzugsgebiets einer Apotheke erlaubt. Die Regierung wollte mit den Rezeptsammel- und Ausgabestellen in Drogerien und anderen Gewerbebetrieben die Versorgungsdichte verbessern. Aufgrund der räumlichen Vorgaben wurden in ganz Dänemark in den vergangenen 27 Jahren aber nur rund 50 Pick-up-Stellen eingerichtet.

Seit Juli dürfen Apotheken jedoch im ganzen Land Pick-up-Punkte einrichten: Die rechtskonservativ-liberale Regierung hat die lokale Beschränkung aufgehoben, um den Wettbewerb unter den Apotheken zu stärken. Immerhin: Weil Pick-up traditionell erlaubt ist, gibt es konkrete Vorgaben für die Betreiber. So dürfen die Medikamente maximal zwei Wochen und von allen anderen Produkten separat gelagert werden. Zudem müssen die versiegelten Tüten mit Namen und Adresse von Patienten, Preis des Arzneimittels sowie Lieferdatum versehen werden.

Allerdings würde Matas, seit 2007 im Besitz der Finanzinvestoren „CVC Capital Partners“, am liebsten selbst Apotheke sein. Ein entsprechender Vorstoß der radikal-liberalen Koalitionspartei „Liberale Allianz“ fand Anfang des Jahres allerdings keine Mehrheit. Weil nach den Wahlen in der vergangenen Woche nun die Sozialdemokraten die Macht übernehmen, muss sich die Drogeriekette vermutlich vorerst weiter mit Pick-up begnügen.

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