Apothekerkarrieren

Industrie ruft, Offizin vergreist Patrick Hollstein, 19.05.2017 10:29 Uhr

Berlin - Pharmazie ist mehr als Apotheke. Das wurde zuletzt im Berufsbild verankert und auch von der Rentenversicherung anerkannt. So weit, so gut. Doch immer mehr junge Pharmazeuten entscheiden sich tatsächlich auch gegen eine Karriere in der Apotheke. In der Offizin bricht der Nachwuchs weg. Vor allem bei den Inhabern droht eine Überalterung.

Die gute Nachricht zuerst: Es gibt mehr Apotheker in Deutschland als noch vor zehn Jahren. Ende 2016 hatten nach Zahlen der ABDA 62.948 Frauen und Männer eine Approbationsurkunde, 2006 waren es noch 55.452. Das entspricht einem Zuwachs von 13,5 Prozent.

Auch in den Apotheken gibt es mehr Approbierte: Mit 50.123 Berufsangehörigen liegt die Zahl knapp 7 Prozent höher als 2006 – in absoluten Zahlen sind das 3170 studierte Köpfe mehr als zuvor. Allerdings ist schon zu sehen, dass der Zuwachs in der Apotheke unter dem Gesamtwert liegt – entsprechend sank der Anteil derjenigen Apotheker, die am HV-Tisch arbeiten, von 85 auf 80 Prozent.

Dramatisch ist die Entwicklung bei den Apothekenleitern: Waren 2006 noch 36 Prozent aller Approbierten selbstständig, sind es aktuell nur noch 26 Prozent. Das entspricht einem Rückgang um 3406 Köpfe beziehungsweise 13 Prozent. Die Zahl der Angestellten nahm dagegen um 24 Prozent zu: 33.774 Approbierte haben einen Job in der Apotheke, das 54 Prozent aller Apotheker und 6576 mehr als 2006. Diese Entwicklung spiegelt die Filialisierung wider. 

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