Rx-Versandbverbot

CDU-Apotheker Fuchs hat Zweifel Lothar Klein, 19.12.2016 14:59 Uhr

Berlin - Die Chancen auf Umsetzung eines Rx-Versandverbotes mit der SPD stehen nicht gut. Nach Karl Lauterbach hat sich nun auch mit Edgar Franke ein weiterer SPD-Gesundheitsexperte kategorisch dagegen ausgesprochen. Franke hält den Rx-Versand für „unumkehrbar“. Und auch in der Union melden sich Kritiker zu Wort. CDU-Wirtschaftspolitiker Michael Fuchs, selbst Apotheker, hat erhebliche Zweifel: „Das müssen wir uns im Bundestag genau anschauen.“

Offen wagt sich der CDU-Wirtschaftsflügel aber noch nicht gegen Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) und seine Verbotsinitiative zu stellen. Die Mittelstandsvereingung will sich inhaltlich nicht dazu äußern und verweist auf die nächste Vorstandssitzung Mitte Februar. Auch der CDU-Wirtschaftsrat, früher ein Freund der Liberalisierung, verzichtet auf eine Positionierung.

Nicht ganz so zurückhaltend ist Fuchs: „Beim Rx-Versandverbot bestehen noch offene Punkte. Ziel muss es sein, weiterhin eine flächendeckende Versorgung der Bevölkerung mit Arzneimitteln sicherzustellen. Dabei dürfen wir aber den Trend zur Digitalisierung nicht ausblenden. Das müssen wir uns im Bundestag genau anschauen. Gründlichkeit vor Schnelligkeit lautet die Devise. Ein Komplettverbot ist eine einschneidende Maßnahme. Hier muss gründlich geprüft werden, ob dies europa- und verfassungsrechtskonform erlassen werden kann“, so der CDU-Politiker.

In dieser Stellungnahme scheint erhebliche Skepsis des letzten Pharmazeuten im Bundestag durch. Fuchs studierte bis 1973 Pharmazie in Erlangen und Bonn. 1976 folgte die Promotion in Biochemie. Seinen Wehrdienst beendete Fuchs 1979 als Stabsapotheker der Reserve.

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