Rezeptsammlung

Pick-up: Apotheker testet Grenzen aus APOTHEKE ADHOC, 20.03.2017 11:17 Uhr

Berlin - Damit die Menschen in sehr ländlichen Regionen problemlos mit Arzneimitteln versorgt werden können, gibt es die Möglichkeit der Rezeptsammelstelle. Die Einrichtung muss genehmigt werden, die Auflagen sind recht streng. Weil sie im bayerischen Schauenstein nicht erfüllt wären, heißt der neu installierte Briefkasten jetzt Pick-up-Stelle. Spannend bleibt die Frage, ob dabei der Botendienst eingesetzt werden darf oder nicht.

Es begann damit, dass Apothekerin Verena Hohberger keinen Filialleiter fand und ihre Schloss-Apotheke in Schauenstein schloss. Damit die Anwohner weiter versorgt werden konnten, hatte Apotheker Tim Pittroff Anfang März gegenüber der Schauensteiner Arztpraxis ein grünes Schild mit einem Briefkasten angebracht. Er betreibt die Pittroff-Apotheke im nahe gelegenen Helmbrechts.

Eingeworfene Bestellungen werden seitdem regelmäßig abgeholt und spätestens bis zum nächsten Tag ausgeliefert. Als Rezeptsammelstelle sieht Pittroff das Ganze nicht, hat den Briefkasten deshalb auch nicht bei der Apothekerkammer beantragt. Aber wenn doch einmal Rezepte eingeworfen werden, würden diese auch beliefert, räumt er ein.

Die Kollegen in der Region waren nicht entzückt. Denn für eine offizielle Rezeptsammelstelle ist Schauenstein womöglich nicht abgelegen genug. Bei einer Entfernung von vier bis sechs Kilometern zur nächsten Apotheke kommt es auf die Straßenanbindung und die öffentlichen Verkehrsmitteln an. Eine Genehmigung in diesem Sinne hätte Pittroff für seinen Briefkasten vielleicht nicht erhalten, hat sie bis heute auch nicht beantragt. Er hatte den Kasten jedoch mit Einverständnis des Stadtrats am Gebäude mit dem Standesamt und der Bücherei angebracht.

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