NRW-Landtagswahl

AfD-Apotheker: Anschlag oder Autounfall Lothar Klein, 10.05.2017 13:15 Uhr

Berlin - In der politischen Apothekerszene ist der Kölner Apotheker Günter „Gunnar“ Witzmann kein Unbekannter: Gemeinsam mit anderen Pharmazeuten hatte er 2012 die Protestgruppe „Aufbruch!Apotheke“ gegründet. Nach einer politischen Irrfahrt von links nach rechts ist Witzmann jetzt bei der AfD gelandet und kandidiert für den NRW-Landtag. Beim Kleben von Wahlplakaten in Köln wurde Witzmann jetzt in einen Autounfall verwickelt: Er blieb unverletzt, sieht sich aber als Opfer eines politischen Anschlags. Die Kölner Polizei dementiert hartnäckig.

Mit politischen Anschlägen lassen sich in Wahlkampfzeiten gut Schlagzeilen produzieren – vor allem wenn Politiker von Parteien an den Rändern des politischen Spektrums beteiligt sind. Rasch entwickelte sich daher im Internet die Mär von einem „Anschlag“ auf Witzmann. „Aber das geht zu entschieden zu weit: Würde mich sehr interessieren, was die Polizei tut, um den oder die Täter zu ermitteln“, heißt es bei Facebook. Und weiter: „Das ist schon harter Tobak – man kann unterschiedliche Auffassungen haben, aber so ein Anschlag ist keine Lösung eines Problems, sondern nur ein neues.“

An der Legendenbildung mitgewirkt hat Witzmann kräftig selbst: „Ich bin überzeugt, dass es sich um einen politisch-motivierten Angriff gehandelt hat“, lässt sich der Direktkandidat in Wahlkreis Köln VI und Landeslistenplatz 35 zitieren. „Ich bin gespannt auf die Ergebnisse der Spurensicherung. Trotz dieses schockierenden Erlebnisses werde ich die nächsten Tagen noch einmal Vollgas im Wahlkampf-Endspurt geben, damit die AfD mit einer großen Fraktion in den Düsseldorfer Landtag einziehen wird!“

Aufmerksam gemacht auf den Vorgang hat Apotheker Georg Dribusch: Auf Witzmann sei „mutmaßlich ein lebensgefährlicher Anschlag verübt worden“, heißt es auf seiner Facebook-Seite. Zusammen mit einem weiteren Wahlkampfhelfer habe sich Witzmann am Dienstagmorgen gegen 5 Uhr auf dem Vingster Ring in Höhe des Freibades befunden, um Wahlplakate anzubringen, „als ein Auto ohne Kennzeichen auf gerader und voll ausgeleuchteter Strecke mit hoher Geschwindigkeit (ca. 80 bis 90 km/h) auf ihn zusteuerte“. 

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