Arzneimittelausgaben

Barmer klagt über Hamsterkäufe und Verwürfe Nadine Tröbitscher, 22.06.2017 13:36 Uhr

Berlin - Kein Barmer-Arzneimittelreport ohne Hiobsbotschaft. In diesem Jahr klagt die Kasse über die Preisexplosion bei Krebsmedikamenten. Humira bleibt die Nummer 1 der kostenintensivsten Arzneimittel. Ibuprofen ist der Wirkstoff, den die meisten Versicherten im vergangenen Jahr eingenommen haben.

Die Arzneimittelausgaben der Barmer sind im vergangenen Jahr – ohne Rezepturen – pro Versichertem um 3,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Der Grund sind Mehrfachverordnungen, die steigenden Kosten für Arzneimittel spielten dabei nur eine untergeordnete Rolle. Insgesamt beliefen sich die Ausgaben auf 4,72 Milliarden Euro, was im Durchschnitt 529 Euro pro Mitglied entspricht. Im Jahr 2012 betrugen die Gesamtkosten noch 3,89 Milliarden Euro).

Humira (Adalilumab, Abbvie) war auch 2016 mit 134 Millionen Euro der Spitzenreiter nach Umsatz. Das Arzneimittel legte im Vergleich zum Vorjahr um sechs Millionen Euro zu. Platz 2 belegt Xarelto (Rivaroxaban, Bayer) mit 90 Millionen Euro und einem Plus von neun Millionen gegenüber Vorjahr. Platz 3 nimmt Avastin (Bevacizumab, Roche) mit fast 87 Millionen Euro und einem Plus von zwei Millionen Euro ein.

Mit Ibuprofen wurden im Jahr 2016 die meisten Versicherten versorgt – etwa 1,8 Millionen Barmer-Mitglieder, das sind 0,4 Prozent mehr als 2015, nahmen das nicht-steroidale-Antirheumatikum (NSAR) ein. Auf Platz 2 liegt Pantoprazol mit etwa 1,1 Millionen und einer Steigerung von 3,5 Prozent. Auch Metamizol legte zu und verzeichnet ein Plus von 3,6 Prozent. Damit nahmen etwa eine Million der Versicherten das Schmerzmittel ein. Simvastatin (-3,4 Prozent) und Diclofenac (-8,5 Prozent) haben hingegen Rückgänge zu verzeichnen.

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