Anthroposophische Arzneimittel

Mistel von Mundipharma Nadine Tröbitscher, 06.01.2017 14:57 Uhr

Berlin - Trennte sich Weleda Ende 2015 von Iscador, kommt Mundipharma im Januar mit einer Reihe von Mistelpräparaten auf den Markt. Bekannt ist das Unternehmen vor allem aus der Schmerz- und Substitutionstherapie. Jetzt soll das Portfolio des onkologischen Bereichs um die Komplementärmedizin erweitert werden. Geplant sind drei Neueinführungen für das laufende Jahr.

Mitte Januar werden 15 Mistelprodukte unter dem Namen Bremistal auf den Markt kommen. Kooperationspartner ist Iscador, der Hersteller produziert die Präparate für Mundipharma. „Für die Herstellung ist eine erfahrene Produktion nötig“, so eine Firmensprecherin. Die Präparate werden nach anthroposophischer Menschen- und Naturkenntnis zur Anregung von Form- und Integrationskräften zur Auflösung und Wiedereingliederung verselbständigter Wachstumsprozesse von zum Beispiel gut- oder bösartigen Geschwulsterkrankungen und deren Rezidivprophylaxe sowie Präkanzerosen bei Erwachsenen eingesetzt.

Die Präparate werden analog zu den ehemaligen Iscador-Produkten der Weleda fermentierte wässrige Auszüge von Eiche-(Qu)-, Apfel-(M)- und Pinien-(P)-Mistel enthalten. Die subkutanen Injektionen werden in verschiedenen Stärken und Serien erhältlich sein und nicht der Verschreibungspflicht unterliegen. Eine Erstattung ist jedoch in der Palliativmedizin möglich. Eine Kostenübernahme bei neoadjuvanter oder adjuvanter Therapie variiert zwischen den einzelnen Krankenkassen und muss beantragt werden.

Die Apfel- und Kiefernmistel stammen aus Frankreich, die Eichenmisteln werden in Frankreich und der Schweiz auf Plantagen kultiviert. Für die Präparate werden die in den vergangenen ein bis zwei Jahren gewachsenen Blätter, Stengel und Beeren der Schmarotzer verwendet. Sommer- und Wintersaft der Mistel werden in den Präparaten 1:1 gemischt. Während der Fermentation werden dem Extrakt spezielle Milchsäurebakterien zugesetzt, die die Mistellektine stabilisieren. Der richtige Einsatz der Präparate wird von einem erfahrenen Therapeuten bestimmt.

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