Pharmahersteller

Madaus: Warten auf Meda

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Berlin -

Bei Madaus bleibt zunächst alles beim Alten. Erst im neuen Jahr soll entschieden werden, welche Jobs der Übernahme des Kölner Herstellers zum Opfer fallen und welche Mitarbeiter einen Posten bei Meda in Bad Homburg bekommen. Im Bürgerhaus am Stammsitz in Troisdorf informierte am Vormittag der neue Deutschlandchef Daniel Furrer die Belegschaft über die Pläne des Eigentümers.

Meda hatte im Juli den italienischen Hersteller Rottapharm gekauft, zu dem Madaus seit 2007 gehört. Der schwedische Konzern zahlt umgerechnet knapp 2,3 Milliarden Euro und will pro Jahr knapp 100 Millionen Euro einsparen, drei Viertel davon in den Bereichen Marketing und Vertrieb.

Schon im Oktober sickerte durch, dass die Produktion im 1996 eröffneten und 2003 erweiterten Werk in Troisdorf zwar erhalten bleiben soll, die Zentrale in Köln-Holweide aber geschlossen wird. Seitdem herrscht Ungewissheit in weiten Teilen der Belegschaft, viele Mitarbeiter bangen um ihre Jobs.

Bei der Versammlung gab es zumindest Andeutungen: Demnach soll der Apothekenaußendienst integriert werden; dabei werden wohl nur wenige der 20 Mitarbeiter ein Angebot erhalten. Im Arztaußendienst könnten zwischen 30 und 40 der rund 100 Stellen wegfallen, hieß es. Ganz düster sieht es demnach für die Verwaltung aus: Wer zu Meda wechseln will, muss umziehen – und sich vermutlich auf Posten bewerben, die zum Großteil längst besetzt sind.

Zumindest auf die Erfahrungen auf der Führungsebene will Meda anscheinend nicht verzichten: Dem Vernehmen nach soll Geschäftsführer Dr. Freddy Santermans ebenso ein Job angeboten worden sein wie Vertriebsleiterin Dr. Iris Zimmermann und Marketingchefin Anja Dabelstein.

Insgesamt arbeiten bei Madaus knapp 240 Mitarbeiter in der Produktion, 50 in der Verwaltung und mehr als 30 in der medizinisch-wissenschaftlichen Abteilung. Vom Umsatz von zuletzt rund 60 Millionen Euro entfielen jeweils knapp 20 Prozent auf Kontrazeptiva und Urologika, je 10 Prozent auf Go-on und Dona sowie je 5 Prozent auf Calcigen, Salviathymol, Sagella und Legalon. Das Traditionsprodukt Echinacin ist mit einem Anteil von 2 Prozent nur noch von untergeordneter Bedeutung.

Meda kommt in Deutschland auf Erlöse von rund 150 Millionen Euro. Wichtigste Produkte im OTC-Bereich sind Kamillosan, CB12, Endwarts, Naloc, Allergodil und Transpulmin. Weltweit entfallen künftig 60 Prozent des kombinierten Umsatzes von 1,8 Milliarden Euro auf Rx-Medikamente, der Rest auf den OTC-Bereich. Wichtigstes Produkt wird mit Erlösen von 88 Millionen Euro Dona sein, vor Tambocor, Betadine, Dymaista, Aldara und Elidel. Auf Platz 7 folgt Sagella mit 44 Millionen Euro vor Epipen, Legalon und Astepro.

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