Die Hexal-Brüder und der Kettenkonzern Patrick Hollstein, 06.01.2010 12:06 Uhr
Berlin - Im Frühjahr 2005 machten die Hexal-Gründer Thomas und Andreas Strüngmann Kasse: Nach 25 Jahren im Geschäft verkauften die Brüder innerhalb weniger Monate nicht nur Deutschlands führenden Generikahersteller, sondern auch das Schwesterunternehmen Betapharm sowie ihre Mehrheitsanteile am US-Unternehmen Eon Labs. Die Erlöse summierten sich auf knapp 6 Milliarden Euro. Aus den Unternehmern wurden Anleger - mit einem ebenso breiten wie überraschenden Portfolio: Nach Informationen von APOTHEKE ADHOC kauften die Generika-Pioniere vor knapp drei Jahren ein größeres Aktienpaket am britischen Pharmahändler Alliance Boots. Die Spur des Projekts „Sprint Twinstar“ führt von München über die Cayman Islands und Gibraltar nach Nottingham.
Mit einem Umsatz von 17,2 Milliarden britischen Pfund ist Alliance Boots nach Phoenix und Celesio die Nummer 3 im europäischen Pharmahandel; mit seinen insgesamt 3200 Filialen umfassenden Apothekenketten liegt der Konzern sogar vor den Mitbewerbern. Im Juni 2007 war der Gigant von der Börse genommen worden - gerade ein Jahr war damals seit der Fusion des britisch-italienischen Pharmahändlers Alliance UniChem und der britischen Drogeriekette Boots vergangen.
Die 12,4 Milliarden Pfund schwere Übernahme durch Firmenchef Stefano Pessina und die US-Finanzinvestoren KKR war der bis dahin größte fremdfinanzierte Zukauf (Leveraged Buy-out) in Europa. Jeweils rund eine Milliarde Pfund an Eigenmitteln wendeten die beiden Investoren für den Deal auf: KKR über verschiedene Fonds in bar, der italienische Magnat durch die Übertragung der bis dahin von ihm gehaltenen Aktien an Alliance Boots. Knapp 9 Milliarden Pfund streckten Investmentbanken vor, darunter die Deutsche Bank, Citigroup, J.P. Morgan, UniCredit, Barclays, Merrill Lynch, die Bank of America und die Royal Bank of Scotland.
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