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Pflege-Provision für Apotheken Katharina Lübke, 20.10.2014 15:32 Uhr

Berlin - 31 Euro erhalten Pflegebedürftige jeden Monat für ambulanten Pflegebedarf – wenn sie dies bei ihrer Kasse beantragen. Ab Januar werden es durch das Pflegestärkungsgesetz sogar 40 Euro. Genutzt wird das Angebot bislang kaum – aus Unwissen oder aus Scheu vor dem bürokratischen Aufwand. Start-ups haben die Marktlücke erkannt: Sie bieten das Komplettpaket aus Antragstellung, Abrechnung und Lieferung. Apotheken erhalten eine Provision, wenn sie auf das Geschäft verzichten und ihre Kunden weiterleiten.

Jeden Monat schicken die Unternehmen den Patienten ein Paket mit Bettschutzeinlagen, Einmalhandschuhen, Desinfektionsmitteln, Mundschutz und Schutzschürzen – je nach individuellem Bedarf. Pflegebox heißt das Angebot etwa bei CommitMed, Pflegepaket bei der Firma Pflegewelt, Curabox bei Web care LBJ, Caribox bei Cari Welt und Hygibox bei hygi.de.

Branchenprimus ist CommitMed; das Berliner Unternehmen ist seit mehr als drei Jahren im Geschäft. Seit 1995 gebe es den Anspruch, sagt Geschäftsführer Dr. Joerg Zimmermann. „Aber kaum jemand hat ihn beachtet.“ Heute würden rund 20 Prozent der dafür von den Pflegekassen vorgesehenen Mittel abgerufen, sagt er. Die Mehrheit der Pflegebedürftigen nutze ihren Anspruch nicht – vermutlich einfach nur deshalb, weil Eigeninitiative des Betroffenen gefragt sei.

Sein Konzept soll Abhilfe schaffen: „Wir informieren, wir reichen den Antrag ein, haken nach, kümmern uns um die Bewilligung und rechnen direkt mit den Kassen ab. Der Kunde muss in keinerlei Vorleistung gehen“, sagt Zimmermann.

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