Österreich

„Apotheken müssen Geschichten erzählen“ Eugenie Ankowitsch, 28.03.2017 14:21 Uhr

Berlin - Seit einigen Jahren kommuniziert die Österreichische Apothekerkammer (ÖAK) über die neuen Medien. Und das äußerst erfolgreich: Für die Kampagnen gab es zahlreiche Preise und Auszeichnungen, jüngster Neuzugang ist der VISION.A Award für die Apotheken-App „Apotheken und Medikamente“. Doch nicht die Apothekerkammer selbst steht im Fokus der digitalen Kommunikation, sondern einzig und allein die Apotheke vor Ort.

„Drogerien sind uns ganz schön nah gekommen“, sagt Gudrun Kreutner. Die Kommunikationschefin der ÖAK meint damit die Diskussion, die seit einigen Jahren in Österreich geführt wird: Mit aller Macht drängen Ketten wie dm darauf, endlich Medikamente verkaufen zu dürfen. „Das lassen wir nicht zu“, betont Kreutner.

Das Problem: Wenn man einen Österreicher heute frage, ob er seine Medikamente sowohl Apotheken als auch in Drogerien kaufen würde, laute die Antwort: „Warum eigentlich net?“ Daher gelte es, den Menschen die Werte der Apotheken vor Augen zu führen und sich so von den Drogerien abzugrenzen. Kreutner will erreichen, dass Apotheken immer mit tiefen Emotionen und nicht mit einem Produkt oder einem Shoppingerlebnis verbunden werden. „Emotionen lassen sich aber nur über Geschichten transportieren“, ist Kreutner überzeugt. Um auch sogenannte Digital Natives zu erreichen, nutzt die Kammer seit einigen Jahren intensiv moderne Kommunikationskanäle wie Facebook, Youtube, Instagram und Twitter. „Aber egal, was wir machen: Das Ziel ist es immer, die Apotheke vor Ort zu stärken“.

Angefangen habe alles mit der Kampagne „Auf der sicheren Seite“, mit der Kammer, Innen- und Gesundheitsministerium sowie Polizei vor gefälschten verschreibungspflichtigen Medikamenten aus dem Internet gewarnt hatten. Die zentrale Anlaufstelle der Kampagne war Facebook: Dort konnten sich die Nutzer über aktuelle Fälle und gesundheitliche Folgen von Arzneimittelfälschungen, über Aufgriffe Krimineller, aber auch über die Dienstleistungen in den Apotheken informieren. Die Botschaft: „Schütze dich vor gefälschten Pillen aus dem Internet. Komm in die Apotheke“.

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