T-Rezepte

Retax unbegründet: DAK muss 37.500 Euro zahlen Alexander Müller, 10.03.2016 15:10 Uhr

Berlin - Die DAK Gesundheit muss an einen Apotheker aus Niedersachsen rund 37.500 Euro zahlen. Das Sozialgericht Hannover (SG) erklärte insgesamt fünf Nullretaxationen wegen vermeintlicher Formfehler auf T-Rezepten für unbegründet. Die Kasse kann gegen das Urteil aber noch in Berufung gehen.

Der Apotheker hatte zwischen April 2009 und Januar 2010 in fünf Fällen Verordnungen über Revlimid (Lenalidomid) beliefert. Auf den T-Rezepten fehlte jeweils das Kreuz im zweiten Feld, mit dem der Arzt bestätigt, dass dem Patienten das Informationsmaterial ausgehändigt wurde. Die DAK retaxierte im März 2010 zunächst zwei Rezepte im Wert von rund 15.000 Euro, im Mai, Juli und November jeweils weitere 7500 Euro.

Der Apotheker legte Widerspruch ein: Bei der Patientin handelte es sich in allen fünf Fällen um seine Tante, die zuvor schon mit dem Wirkstoff behandelt worden war. Weil sie auch früher die Rezepte bei ihm eingelöst hatte, wusste er, dass sie das Infomaterial vor der ersten Behandlung erhalten hatte. Natürlich gebe der Arzt das Material nicht bei jeder Folgeverordnung neu ab, die Arzneimittelverschreibungsverordnung (AMVV) verlange dies auch nur vor Beginn der ersten Behandlung.

Der Arzt bestätigte nachträglich, dass er das zweite Kreuz lediglich vergessen habe, die Patientin aber aufgeklärt worden sei. Ohnehin fallen die besonderen Sicherheitsmaßnahmen zu dem teratogenen Wirkstoff aus Sicht des Apothekers in diesem Fall nicht so sehr ins Gewicht: Seine Tante Gerda war damals 70 Jahre alt.

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