Rabattverträge

Heunet verweigert Defektbeleg Julia Pradel, 01.02.2016 15:13 Uhr

Berlin - In Sachen Defektbestätigung liegen die Nerven blank, seit die DAK damit begonnen hat, nicht jede Bestätigung vom Großhandel zu akzeptieren. Apotheker Pierre Roer wollte deshalb auf Nummer sicher gehen: Als ihm die Sanacorp und Fiebig-Ebert-Jacobi erklärten, Olanzapin-Schmelztabletten von Heunet seien nicht lieferbar, wandte sich der Leiter der Schwanen-Apotheke in Mainz an den Hersteller. Doch die geforderte Defektbestätigung wurde ihm verwehrt.

Am 22. Januar hatte ein Versicherter der AOK Hessen eine Verordnung über das Präparat vorgelegt, Rabattpartner war die Torrent-Tochter Heunet. Roer hatte das Präparat nicht vorrätig und fragte bei seinen Großhändlern nach. Da beide nicht liefern konnten, habe er sich an Heunet gewendet, berichtet Roer. Dort habe man ihm mitgeteilt, dass das Präparat nicht lieferbar sei, und ihm eine Defektbestätigung per Fax zugesagt.

Roer hinterfragte die Zusage nicht und gab das teurere Alternativarzneimittel von Heumann ab. „Bei anderen Herstellern ist es üblich, dass man eine Defektbestätigung per Fax erhält“, sagt er. Allerdings erklärte ihm eine Heunet-Mitarbeiterin eine Woche später, man versende keine Defektbestätigungen. Roer fürchtet nun, auf den Kosten des Präparats sitzen zu bleiben.

Der Apotheker hat sich daher nicht nur an Heunet, sondern auch an den Landesapothekerverband Rheinland-Pfalz (LAV) gewendet und das Problem geschildert. „Besonders beschämend für die Firma Heunet halte ich die Tatsache, dass eine Defektbestätigung zunächst zugesagt wurde, dann aber verweigert wird“, kritisiert er.

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