Messgeräte

Geldstrafe für verspätetes Eichen Julia Pradel, 02.02.2016 14:29 Uhr

Berlin - Apothekerin Helma Gröschel aus dem rheinland-pfälzischen Herxheim hat einen Monat lang mit einer ungeeichten Waage gearbeitet. Sie muss nun eine Geldstrafe an das Eichamt zahlen. Früher hatte das Amt meist selbst Termine ausgemacht – darauf hatte sich Gröschel auch diesmal verlassen.

Seit Anfang 2015 gilt das neue Mess- und Eichgesetz (MessEG). Darin ist geregelt, dass Verwender von Geräten die Eichung beantragen müssen. Das war auch früher schon der Fall. Allerdings haben viele Eichämter an den Termin erinnert oder die Apotheken direkt angefahren. Inzwischen könnten die Eichämter nicht mehr einfach Termine festlegen, an denen ein Mitarbeiter in der Apotheke vorbei komme, heißt es bei der Arbeitsgemeinschaft Mess- und Eichwesen (AGME). Sie könnten einem Unternehmen höchstens noch nahe legen, einen Termin zu beantragen.

Einzelne Ämter erinnern die Apotheken trotzdem weiterhin an die anstehenden Eichtermine – als Service und als Instrument der Kundenbindung. Doch andere sparen sich die Mühe. So wie das für Gröschels Alte Apotheke zuständige Eichamt.

Die Eichung für ihre Rezepturwaage war Ende Dezember ausgelaufen. Bei einer Routinekontrolle im Januar fiel das auf. Gröschel beantragte sofort die Nacheichung – aber zu spät. Sie muss nun eine Strafe zahlen. Wie hoch die ausfallen werde, habe der Beamte noch nicht gewusst. „Immerhin, es ist strafmindernd, dass wir uns selbst gemeldet haben“, sagt Gröschel.

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