Künstliche Befruchtung

Apotheke büßt für Kinderwunsch Julia Pradel, 20.01.2016 15:08 Uhr

Berlin - Pergoveris, Gonal F oder Menogon: Bei Arzneimitteln zur künstlichen Befruchtung müssen Apotheken aufpassen. Denn die Krankenkassen zahlen nur die Hälfte – den Rest müssen die Patienten tragen. Wird das übersehen, bleiben die Apotheken auf den Kosten sitzen. Das Geld nachträglich beim Kunden einzutreiben, ist nicht erlaubt. Das hat das Thüringer Landessozialgericht (LSG) entschieden.

Im Sozialgesetzbuch (SGB V) regelt §27a die künstliche Befruchtung. Anspruch auf Leistungen haben nur Frauen zwischen 25 und 40 Jahren beziehungsweise Männer bis 50 Jahre. Vor Beginn der Therapie muss ein Behandlungsplan erstellt und von den Kassen genehmigt werden. Die Versicherung übernimmt dann 50 Prozent der Kosten.

Das gilt nicht nur für die ärztlichen Leistungen, sondern auch für die benötigten Medikamente. Die Mediziner müssen deshalb auf dem Rezept vermerken, dass das Arzneimittel im Rahmen einer künstlichen Befruchtung eingesetzt wird. Üblicherweise geschieht das durch einen Hinweis auf §27a.

In einer Apotheke im thüringischen Bad Liebenstein wurde dieser Hinweis übersehen. Die Patientin erhielt Pergoveris und Gonal F, die Pharmazieingenieurin kassierte 20 Euro Zuzahlung. Die Apotheke reichte das Rezept bei der Krankenkasse ein. Die retaxierte rund 500 Euro, mit Verweis auf den entsprechenden Paragraphen und die Notiz des Arztes. 

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