Hilfsmittelversorgung

Kasse „klaut“ Kostenvoranschlag Carolin Bauer, 02.03.2016 14:07 Uhr

Berlin - Apotheken können angesichts der Vielzahl an Hilfsmittelverträgen schnell den Überblick verlieren. Geht ein Rezept ein, wird zunächst ein Kostenvoranschlag bei der Krankenasse gestellt. Ein Apotheker aus Sachsen erhielt in zwei Fällen weder von der Techniker Krankenkasse (TK) noch der DAK Gesundheit eine Antwort. Die Patienten wurden dennoch versorgt – ohne dass die Apotheke die Verordnung weitergegeben hätte.

Klaus Ikels aus Plauen hatte vor zwei Wochen von einer Patientin eine Verordnung über einen Poly-Stim XP mit Therapiespeicher wegen einer Innenbandruptur des Kniegelenks erhalten. Daraufhin stellte der Inhaber der Apotheke im Elster-Park bei der TK einen Kostenvoranschlag über das Gerät der Firma Neurotech. Die Kosten lagen bei 97,14 Euro. Gleichzeitig bestellte er das Produkt, das laut Herstellerangaben den Muskelaufbau fördern und die Heilung beschleunigen soll.

Kurz darauf erhielt die Patientin von der Kasse ein Schreiben mit der Bewilligung des Hilfsmittels. Allerdings wurde darin nicht das von der Apotheke angefragte Gerät, sondern ein Produkt der Firma tic Medizintechnik genannt. Parallel wurde der Anbieter laut TK über die Zusage informiert.

Als Ikels von der Belieferung erfuhr, fragte er bei der Kasse nach. Dort habe es zunächst geheißen, es sei gar kein Kostenvoranschlag aus seiner Apotheke eingegangen. „Wie hat die Kasse aber sonst von dem Fall erfahren?“, fragt sich der Apotheker. Das Rezept werde die TK voraussichtlich bald einfordern, vermutet er. 

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