HIV-Medikament

Defekt: Gutschrift für zwei Tabletten Eva-Maria Lippke, 28.01.2016 10:09 Uhr

Berlin - Beschädigungen an Primär- und Sekundärpackmittel sind häufig. Eine beschädigte Tablette in einem intakten Blister dürfte die Ausnahme sein: Apotheker Erik Tenberken reklamierte im Dezember zwei Tabletten aus einer angebrochenen Packung und erhielt eine Gutschrift für diese Teilmenge – ohne Stellungnahme des Herstellers oder Nutzen für den Patienten.

Ein HIV-Patient beanstandete in Tenberkens Birken-Apotheke in Köln sein Medikament: Zwei Tabletten des Entry-Inhibitors Celsentri (Maraviroc) waren offensichtlich beschädigt. Die Tabletten waren an den Kanten abgeschürft und der blaue Filmüberzug beschädigt. Der Patient war wegen der Einnahme dieser Tabletten verunsichert und bat den Apotheker um Hilfe.

Tenberken ist Vorstand der Deutschen Arbeitsgemeinschaft HIV-kompetenter Apotheken (DAHKA) sowie Ehrenmitglied der AIDS-Hilfe Köln. Die angebrochene Packung schickte er zur Qualitätsüberprüfung an die Firma ViiV Healthcare, einem Joint Venture von Pfizer und GlaxoSmithKline (GSK). Er hoffte auf Ersatz der Ware mit eindeutigen Qualitätsmängeln. Nach etwa einem Monat erhielt er eine Gutschrift über den Einkaufspreis der beiden Tabletten.

Die geforderte Stellungnahme des Herstellers steht noch aus. Tenberken fragt sich, wie er mit der Gutschrift umgehen soll: „Das Geld und die Ware gehören ganz klar dem Patienten“, sagt Tenberken. Auch sein Steuerberater sehe nur Probleme mit dieser Gutschrift.

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