Betriebsprüfung

Fiskus fordert 40.000 Euro für gelöschte Daten Alexander Müller, 27.10.2014 11:10 Uhr

Berlin - Ob das Finanzamt bei einer Betriebsprüfung alle gespeicherten Daten der Warenwirtschaft einkassieren und verwerten darf, wird demnächst der Bundesfinanzhof (BFH) entscheiden. In gleich drei Verfahren warten Apotheker hier auf eine Grundsatzentscheidung. Eine Kollegin aus Niedersachsen hat ein anderes Problem. Sie hätte dem Fiskus sogar alle geforderten Daten überlassen – nur leider fehlen Informationen für ein ganzes Jahr. Der Fall wird morgen vor dem Niedersächsischen Finanzgericht verhandelt.

Als das Finanzamt Verden eine Betriebsprüfung ankündigte, forderte die Apothekerin bei ihrem Softwarehaus die entsprechenden Daten-CDs an. Da sie aus ihrer Sicht ohnehin nichts zu verbergen hatte, schickte sie die CDs ungeprüft an das Finanzamt. Umso größer war der Schock, als ihr eine Hinzuschätzung von rund 40.000 Euro angedroht wurde. Die Begründung des Fiskus: Die Einzeldaten aus der Warenwirtschaft für ein komplettes Prüfjahr fehlten.

Die Apothekerin vermutet, dass die Daten im Rahmen einer Fernwartung gelöscht wurden. Nach eigenen Angaben hat sie zwischenzeitlich sogar eine Bestätigung des Softwarehauses erhalten, dass die Daten nicht in der Apotheke abhanden gekommen sind.

Ob ihr das letztlich etwas nutzen wird, ist allerdings fraglich, denn steuerrechtlich haften Apotheker persönlich für die Korrektheit der steuerrelevanten Daten. Bei etwaigen Steuernachzahlungen wegen gelöschter Daten bleibt dann nur noch der zivilrechtliche Weg: Betroffene Apotheker können versuchen, ihr Softwarehaus auf Schadenersatz zu verklagen.

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