Akutversorgung

DAK retaxiert Notfallrezept Carolin Bauer, 30.12.2015 10:46 Uhr

Berlin - Die DAK Gesundheit hat wieder ein Rezept mit Sonder-PZN retaxiert. Nachdem in diesem Jahr pharmazeutische Bedenken im Fokus standen, hat die Kasse jetzt offenbar Verordnungen für die Akutversorgung im Visier. Apotheker Dietmar Frensemeyer wurde trotz Sonderkennzeichnung wegen der Abgabe eines Antibiotikums auf Null retaxiert.

Apotheken müssen in dringenden Fällen sofort reagieren können. Dafür gibt es das Sonderkennzeichen 02567024. Die PZN steht für die abweichende Abgabe, wenn ein rabattiertes Arzneimittel nicht verfügbar ist. Frensemeyer hatte im Mai einer Patientin Penicillin V 1,5 Mega Heumann abgegeben und das Sonderkennzeichen auf das Rezept gedruckt.

Der Inhaber der Stadt-Apotheke in Achern hatte jedoch keine Begründung vermerkt. Die Sonder-PZN müsse ausreichen, sagt er. „Ich habe das Recht als Apotheker, Antibiotika sofort abzugeben.“ Bei der DAK sowie bei anderen Kassen wurde die Sofortabgabe laut Frensemeyer zuvor nicht retaxiert.

Laut Rahmenvertrag muss die Apotheke jedoch nicht nur die PZN aufdrucken: Ist ein rabattbegünstigtes Arzneimittel nicht verfügbar und macht ein dringender Fall die unverzügliche Abgabe erforderlich, hat die Apotheke dies zusätzlich auf der Verordnung zu vermerken. Dies gilt sowohl für die Akutversorgung als auch für den Notdienst.

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