Grippeimpfstoffe

Bremen setzt auf Abbott und Sanofi Pasteur MSD APOTHEKE ADHOC, 09.06.2015 14:22 Uhr

Berlin - 

Die Grippeimpfstoffe für Bremen liefern in der kommenden Saison Abbott und Sanofi Pasteur MSD. Die beiden Hersteller haben den Zuschlag in der Ausschreibung erhalten, die federführend der AOK Bundesverband durchgeführt hatte. Abbott erhielt den Zuschlag für Fertigspritzen mit Kanüle, Sanofi Pasteur setzte sich bei Spritzen ohne Kanüle durch.

Die Verträge beginnen im August und gelten bis Ende April. Anders als bei dem vorherigen Vertrag aus dem Jahr 2013 ist die aktuelle Vereinbarung auf ein Jahr beschränkt – bietet aber die Option für eine Verlängerung um ein Jahr.

Auch in anderer Hinsicht haben die Kassen aus den Erfahrungen des ersten Vertrags gelernt und sich von exklusiven Verträgen verabschiedet: Die Hersteller konnten zwar sowohl auf Impfstoffe mit als auch auf Vakzine ohne Kanüle bieten, erhielten aber nur einen Zuschlag. Außerdem kündigten die Kassen bereits mit der Ausschreibung an, die Lieferkapazität zu prüfen. Sie behielten sich vor, von den beiden bestplatzierten Bietern je Los Erklärungen oder Verträge mit Unterauftragnehmern anzufordern.

Vor zwei Jahren hatten die Bremer Kassen in ihrer ersten Ausschreibung die Impfstoffe exklusiv an Novartis vergeben. Allerdings konnte der Hersteller 2013 seine Impfstoffe Begripal und Optaflu nicht pünktlich liefern. Novartis machte damals verspätete Lieferungen der Prüfreagenzien durch die WHO-Labore für die Verzögerungen verantwortlich: Dadurch habe man erst verspätet mit der Herstellung der Impfstoffe beginnen können.

Schon ein Jahr zuvor war Novartis eher negativ aufgefallen: Da der Hersteller den vereinbarten Impfstoff Begripal nicht pünktlich liefern konnte, sollte in Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern und Bayern zunächst Optaflu abgegeben werden. Anfang Oktober wurden dann alle Impfstoffe freigegeben.

In der Saison 2014/2015 war Bremen dann das einzige Bundesland, das noch Rabattverträge über Grippeimpfstoffe mit Novartis abgeschlossen hatten. Die meisten anderen Länder setzten auf Abbott und Sanofi Pasteur MSD. Novartis hat seine Grippeimpfstoffe inzwischen für 275 Millionen US-Dollar (rund 216 Millionen Euro) an den australischen Hersteller CSL verkauft.

Exklusive Rabattverträge über Impfstoffe sind seit vergangenem Jahr ohnehin passé: 2014 wurde das Gesetz zur Weiterentwicklung der Finanzstruktur und der Qualität in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV-FQWG) beschlossen. Darin ist unter anderem festgelegt, dass Verträge über Impfstoffe mit mindestens zwei Unternehmern innerhalb eines Versorgungsgebietes zu schließen sind. Diese Regelung gilt seit 2015.

Exklusive Verträge über Grippeimpfstoffe gibt es in der kommenden Saison nur noch in Baden-Württemberg und Niedersachsen, wo Vereinbarungen mit Abbott fortgelten. Außerdem wird es in mindestens fünf weiteren Bundesländern Rabattverträge über Grippeimpfstoffe geben.

In Rheinland-Pfalz und dem Saarland liefert – wie in Bremen – Sanofi Pasteur Impfstoffe ohne Kanüle und Abbott Spritzen mit Kanülen. In Sachsen und Thüringen hat Sanofi Pasteur den Zuschlag für Vakzine mit Kanüle erhalten, die Impfstoffe ohne Kanüle kommen von bioCSL. In Sachsen-Anhalt hat die Barmer GEK die Versorgung im November ausgeschrieben.