Packungsdesign

Medikationsfehler: Fairmed streicht Ziffern APOTHEKE ADHOC, 12.04.2019 14:10 Uhr

Berlin -

Der Generikahersteller Fairmed stellt das Packungsdesgin nach knapp einem Jahr wieder um. Laut der Arzneimittelkommission der Deutschen Apotheker (AMK) kam es zu Medikationsfehlern. Die große schwarze Ziffer 7 auf der Amlodipin-Packung sei als Dosisangabe interpretiert worden.

Fairmed führte im vergangenen Juni Ziffern auf den Verpackungen ein. „Ausgewählte Arzneimittelverpackungen zeigen zur besseren Orientierung die Ziffer der Indikationsgruppe jeweiligen Medikaments“, teilte der Hersteller mit. Die 7 stand für den Bereich Herz/Kreislauf. Zur Markteinführung seien Infoblätter an alle Apotheken verschickt worden.

Das neue Design kam jedoch anders als erhofft an. Beim Hersteller und der AMK meldeten sich Apotheken sowie Patienten und das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM). Die Ziffer habe Irritationen bei Patienten und Fachkreisen verursacht, heißt es von der AMK. Zwölf Apotheken hätten über (potentiellen) Medikationsfehlern aufgrund der Packungsaufmachung berichtet.

Konkret ging es um Falscheinnahmen insbesondere bei Patienten mit schlechtem Sehvermögen. Weitere seien verunsichert gewesen. Die Meldungen bezogen sich laut AMK hauptsächlich auf die 5mg Stärke des Arzneimittels. In acht Fällen sei die Ziffer 7 von Patienten als Dosisangabe interpretiert worden.

Drei Apotheken wechselten das Produkt aus. Mehrere Apotheken hielten eine Beratung der betroffenen Patienten bezüglich der Aufmachung für nötig um Missverständnissen vorzubeugen, so die AMK. Laut Fairmed wird das Design für alle zugelassenen Arzneimittel mit sofortiger Wirkung geändert.

Mit der nächsten Produktion wird laut Fairmed statt der Ziffer ein firmeninterner Farbcode aufgedruckt. Dieser sei nicht offiziell festgelegt, könne aber einen Beitrag zur Patientensicherheit leisten. „die im Verkehr befindlichen Packungen mit der Ziffer 7 werden im Verkehr bleiben und über einen befristeten Zeitraum abverkauft werden“, teilt der Hersteller mit.

Den Großteil des Umsatzes erwirtschaftet Fair-Med mit verschreibungspflichtigen Arzneimitteln: Für dieses Jahr wurden 18 weitere Rabattverträge geschlossen, einige davon treten erst zum zweiten Quartal in Kraft. Die zweijährigen Verträge mit AOK, DAK Gesundheit und der Techniker Krankenkasse wurden nun verlängert. Insgesamt hat Fair-Med derzeit mit neun Krankenkassen Verträge für zehn verschiedene Wirkstoffe.

Fair-Med wurde Ende 2012 gegründet. Oren Weininger ist seit 2014 für das Unternehmen tätig. Der Mediziner war zuvor beim Generikahersteller Dexcel beschäftigt. Das Unternehmen mit Sitz in Hamburg beschafft Eigenmarken für den Massenmarkt.