NRW

Zukunftspreis für digitale Apotheker Dr. Kerstin Neumann, 15.02.2016 15:22 Uhr

Berlin - 

Vier beispielgebende Initiativen von Apothekerinnen und Apothekern aus Aachen, Düsseldorf, Erftstadt und Köln wurden mit dem „Zukunftspreis öffentliche Apotheke“ des Apothekerverbandes Nordrhein (AVNR) ausgezeichnet. Gesundheitsministerin Barbara Steffens (Grüne) übergab die Preise, die auch für andere Apotheker Ansporn sein sollen, über die allgemeine Versorgung hinauszudenken. Besonderer Fokus lag in diesem Jahr auf digitalen Initiativen.

Mit seiner Initiative „Gesundheitsblog – Der Apotheker als unabhängiger Gesundheitsexperte im Netz“ gewann Andreas Binninger, Apotheker aus Düsseldorf, den ersten Preis. Über seinen Blog „Qgenic“ informiert der Apotheker, selbst begeisterter Marathonläufer, seine Kunden über Gesundheit und Leistungsfähigkeit in Alltag und Leistungssport. Dort bloggt er beispielsweise über den Wert grüner Smoothies, moderne Pharmaforschung oder E-Health. Neben wissenschaftlichen Daten und Fakten kommt auch die eigene Meinung nicht zu kurz. Auf seiner Internetseite spreche er Dinge offen an, die er bei der Abgabe nicht sagen dürfe, sagt der Inhaber der Neander-Apotheke in Düsseldorf. Er möchte mit seinem Blog dafür sorgen, die Vielzahl von Informationen aus dem Netz zu Gesundheitsthemen zu bündeln und informativ für den Leser aufzubereiten.

Gabriele Neumann aus der Karls-Apotheke in Aachen erhielt den zweiten Preis für die mit der Universität ins Leben gerufene Initiative „Aachener Learning Community“. In dem Zusammenschluss von Wissenschaftlern, Patienten und Apothekern aus unterschiedlichsten Tätigkeitsbereichen wird vor allem über neue Ansätze für den IT-Einsatz in der Medikamentenversorgung nachgedacht. Durch die Einbeziehung verschiedenster Disziplinen entwickeln die Teilnehmer Ideen, wie beispielsweise der Datentransfer zwischen Krankenhaus, Hausarzt und Apotheker optimal gestaltet werden kann.

Der dritte Preis wurde gleich zweimal vergeben. Jutta Doebel, Leiterin der Apotheke im Erftstadtcenter in Erftstadt, erhielt den Preis für ihr Engagement im Rahmen des Gesundheitstages. Die Apothekerin hatte das Event gemeinsam mit einem ärztlichen Kollegen vor einigen Jahren ins Leben gerufen. Mittlerweile ist der einmal jährlich durchgeführte Tag eine Anlaufstelle für die gesamte Stadt und hat sich mit mehr als 70 Ausstellern zur größten Gesundheitsmesse der Rhein-Erft-Kreises entwickelt.

Dirk Vongehr, Inhaber der Paradies-Apotheke Köln, wurde für seine „multimediale Apotheke“ ausgezeichnet. Der Apotheker versucht, neue Medien mit in den Apothekenalltag einzubringen. Neben dem für ihn selbstverständlich angesehenen Facebook-Auftritt hat er unter anderem eine Skype-Sprechstunde für nicht-mobile Patienten eingerichtet. Und auch unabhängig von den neuen Medien versucht er, anderen Menschen Unterstützung zu bieten, wo er kann: Im vergangenen Jahr hatte Vongehr einen syrischen Flüchtling als Praktikant in seine Apotheke aufgenommen. Mit Erfolg: Haitham Roumia hat inzwischen seine Fach-Sprachprüfung nach einem Jahr in der Paradies-Apotheke erfolgreich abgelegt.

Im Rahmen der Preisverleihung lobte Steffens die Projekte der vier Preisträger als beispielgebende Initiativen mit Modellcharakter. Die Ministerin hatte die Schirmherrschaft für die Ausschreibung übernommen, für den knapp 100 Bewerbungen eingegangen waren.

Verbandschef Thomas Preis lobte die Initiativen. Die Projekte seien zukunftsorientierte Eigeninitiativen, von denen auch Kunden und Patienten profitierten. Sie zeigten beispielhaft auf, dass öffentliche Apotheken weitaus mehr leisteten, als nur die Arzneimittelversorgung der Bürger sicherzustellen. Hier werde deutlich mehr als nur „Dienst nach Vorschrift“ geleistet.