Hersteller investiert Milliarde in Bayern

Warken zu Besuch bei Daiichi Sankyo 07.07.2026 10:57 Uhr

Berlin - 

Ende der vergangenen Woche schaute Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) beim Pharmaunternehmen Daiichi Sankyo in Pfaffenhofen vorbei. Seit 2022 investieren die Japaner dort etwa eine Milliarde Euro, um den Produktions- und Entwicklungsstandort in Oberbayern bis 2030 auszubauen. Mit Warken ging es nun um die gesundheitspolitischen Rahmenbedingungen angesichts des kommenden GKV-Sparpakets.

In Pfaffenhofen hat der Hersteller seinen Fokus auf die Entwicklung und Herstellung moderner Krebstherapien gelegt. Insgesamt fließt etwa eine Milliarde Euro in das Projekt – mit zusätzlicher Wertschöpfung in der Region und ganz Deutschland, wie Daiichi Sankyo betont.

Warken kam offiziell zur Besichtigung eines neuen Gebäudes zur Produktion von Krebsmedikamenten. Dabei sollte es aber auch um die deutsche Gesundheitspolitik gehen und damit auch um die Investments der Branche vor Ort. „Wir bauen in Pfaffenhofen eine Schlüsseltechnologie für die Herstellung neuer, komplexer Krebstherapien“, so Benoit Creveau, Geschäftsführer von Daiichi Sankyo Deutschland.

„So leisten wir einen substanziellen Beitrag zur weltweiten Versorgung von Patientinnen und Patienten mit Medikamenten gegen Krebs. Damit solche Investitionen auch in Zukunft nach Deutschland kommen, braucht es verlässliche Rahmenbedingungen, die Innovation, Produktion und Versorgungssicherheit stärken. Das ist wichtig, um in einem herausfordernden globalen Wettbewerbsumfeld dauerhaft als Standort bestehen zu können“, sagte der Geschäftsführer weiter.

Hersteller mahnt: Vorteile entlang der gesamten Wertschöpfungskette

Das Pharmaunternehmen betont, dass die eigenen Investments eine viel größere Tragweite haben, als man vielleicht auf den ersten Blick annehmen mag. Dafür wurde beim Beratungs- und Wirtschaftsprüfungsunternehmen Deloitte eine Studie in Auftrag gegeben mit dem Ergebnis: Die Investition von Daiichi Sankyo zieht eine zusätzliche Bruttowertschöpfung von mehr als 1,1 Milliarden Euro in Deutschland nach sich, davon rund 412 Millionen Euro allein in Bayern.

Dies drückt sich unter anderem in mindestens 350 zusätzlichen Stellen aus, die derzeit beim Hersteller entstehen; entlang der Wertschöpfungskette entstehen weitere Stellen, insbesondere bei Partnerunternehmen und Zulieferern in Bayern und in ganz Deutschland, so Daiichi Sankyo.

Der strategische Schwerpunkt der Japaner liegt in der Onkologie mit einem führenden Portfolio an Antikörper-Wirkstoff-Konjugaten, zudem werden weitere Technologien für innovative Arzneimittel vorangetrieben. Der Standort in Bayern ist das größte Produktionswerk von Daiichi Sankyo außerhalb Japans. Der Besuch bot nun eine „rechtzeitige Gelegenheit, die entscheidende Rolle langfristiger Investitionen in lebensrettende pharmazeutische Innovationen zu erörtern, insbesondere angesichts der heutigen komplexen politischen und wirtschaftlichen Lage“, schrieb das Unternehmen auf LinkedIn.

Man wollte den dringenden Bedarf an stabilen, innovationsfreundlichen Rahmenbedingungen im Land hervorheben – mit klarem Verweis auf das Beitragssatzstabilisierungsgesetz (BStabG), das an diesem Freitag durch den Bundestag in 2./3. Lesung verabschiedet werden soll. Mehrere Pharmaunternehmen und -verbände machten im Vorfeld mobil, um die drohenden höheren Abgaben zu verhindern.