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FDP: Gelb war gestern APOTHEKE ADHOC, 21.12.2014 11:49 Uhr

Berlin - 

Nicht nur die ABDA kreist in schlechten Stunden um sich selbst. Die FDP will sich für den Neuanfang einen neuen Anstrich geben – im wahrsten Sinne des Wortes: Wie die Welt am Sonntag (Wams) berichtet, sucht die Berliner Werbeagentur Heimat eine neue Farbe für die Partei, die bei der Bundestagswahl in die politische Bedeutungslosigkeit geraten war.

„Die FDP wird sich in Stuttgart in neuer Frische zeigen – auch gestalterisch“, sagte Heimat-Chef Andreas Mengele mit Blick auf das traditionelle Dreikönigstreffen am 6. Januar. Mengeles Agentur arbeitet laut Wams seit sechs Wochen für die Liberalen an einem neuen Kommunikationskonzept.

Der Werber spricht von einem „radikalen Neustart in der Darreichungsform“. Blau und Gelb erinnerten an die „alte“ FDP. Mengele will laut Bericht optisch wärmere Töne setzen und in der Werbung „sichtbar machen, was an Menschlichem und Einfühlsamem im Programm der Partei steht“.

Dass die FDP seelenlos und kühl sei, gehöre zu den klassischen Vorurteilen. Er wolle die Partei „neu sichtbar machen“, sagte Mengele. „Inwieweit dieser Auftritt dann auch schon ein überarbeitetes Logo beinhaltet, wird diskutiert – ist aber noch nicht spruchreif.“

Die Liberalen hatten bei der Wahl im September mit 4,8 Prozent erstmals seit 1949 den Einzug in den Bundestag verpasst. Auch bei den Landtagswahlen in Sachsen, Thüringen und Brandenburg scheiterte die FDP, in Hessen schaffte sie gerade so den Einzug ins Parlament. Auch die Mitgliederbasis bröckelt.

Parteichef Christian Lindner und sein Vize Wolfgang Kubicki wollen ein klareres Profil. Bei seiner Amtsübernahme forderte Lindner Geschlossenheit und eine Rückbesinnung auf die Kernthemen: Marktwirtschaft, Leistungsgerechtigkeit, Bürgerrechte und europapolitische Vernunft. Die FDP müsse nicht fürchten, für ihre Inhalte bekämpft zu werden, so Lindner. „Die FDP muss nur fürchten, für nichts zu stehen.“

Laut Kubicki muss die Partei klar machen, dass sie nicht nur für eine bestimmte Klientel da sei: „Wenn wir weiterhin nur als Partei für Apotheker, Architekten und Anwälte wahrgenommen werden, scheitern wir“, so Kubicki.

Derweil haben sich die früheren Köpfe in die Privatwirtschaft verabschiedet: Ex-Parteichef Philipp Rösler arbeitet heute für das Weltwirtschaftsforum in Davos, Ex-Gesundheitsminister Daniel Bahr für die Allianz Private Krankenversicherung.