Zwei neue Stämme

WHO stellt Grippeimpfstoff 2021/22 vor APOTHEKE ADHOC, 03.03.2021 07:51 Uhr

  • Die Zusammensetzung der Influenza-Vakzine für die Saison 2021/22 wurde angepasst. Foto: APOTHEKE ADHOC
Berlin -

Jedes Jahr wird die Zusammensetzung des Grippeimpfstoffs für die kommende Saison neu beschlossen. Dabei liegt besonderes Augenmerk auf den Stämmen, deren Kursieren in der bevorstehenden Grippewelle zu erwarten ist. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat kürzlich die neue Zusammensetzung für den Impfstoff der Saison 2021/22 vorgestellt.

Während die vergangene Grippewelle weitestgehend ausgeblieben ist, stehen schon die Vorbereitungen für die kommende Saison an. Die WHO hat kürzlich ihre Empfehlungen für die Zusammensetzung der Influenza-Vakzine für die nördliche Hemisphäre bekanntgegeben. Wie in jedem Jahr sind sowohl bekannte Stämme wie auch neue Vertreter dabei, um ein möglichst großes Spektrum der Virusstämme abdecken zu können.

Neue Stämme und alte Vertreter

In der folgenden Saison sollen bei den eibasierten Impfstoffen die beiden B-Stämme beibehalten werden: Für die Victoria-Linie bleibt der Stamm „B/Washington/02/2019-like virus“ bestehen, für die Yamagata-Linie der Stamm „B/Phuket/3073/2013-like virus“. Neu sind hingegen die beiden A-Stämme im eibasierten Impfstoff: „A/Victoria/2570/2019 (H1N1)-like virus „und „A/Cambodia/e0826360/2020 (H3N2)-like virus“ lösen die bisherigen Stämme „A/Guangdong-Maonan/SWL1536/2019 (H1N1)-like virus“ und „A/Hong Kong/2671/2019 (H3N2)-like virus“ in der kommenden Saison ab.

Für zellkulturbasierte und rekombinante Impfstoffe ist anstelle des „Victoria/2570/2019 (H1N1)pdm09-like virus“ ein anderer Virusstamm vorgesehen – das „A/Wisconsin/588/2019 (H1N1)-like virus“. Auch im vergangenen Jahr hatten sich eibasierte und zellkulturbasierte beziehungsweise rekombinante Impfstoffe in einem Stamm unterschieden. Außerdem wurde in der vergangenen Saison von der WHO erstmals grundsätzlich zwischen Impfstoffen mit verschiedenen Herstellungsmethoden unterschieden.

Währenddessen laufen die Diskussionen um die Hochdosis-Influenza-Vakzine für Menschen über 60 Jahren auf Hochtouren: In der vergangenen Woche hatte das Bundesgesundheitsministerium (BMG) die geänderte Schutzimpfungs-Richtlinie (SI-RL) abgesegnet und damit ein Monopol für Efluelda (Sanofi) geschaffen. Demnach sollen alle Menschen über 60 in der kommenden Grippesaison mit dem Hochdosis-Impfstoff geimpft werden.

Das Votum der Experten ist klar und damit für Apotheken und Arztpraxen bindend: „Im Vergleich zu konventionellen Influenza-Impfstoffen wurde für den Influenza-Hochdosis-Impfstoff eine geringfügige, aber signifikante Überlegenheit der Impfeffektivität bei älteren Menschen nachgewiesen“, erläutert die Stiko ihre Empfehlung. Es bleibe grundsätzlich kein Raum für eine Anwendung „konventioneller“ inaktivierter quadrivalenter Influenza-Impfstoffe innerhalb der GKV. „Es ist den Versicherten grundsätzlich nicht zuzumuten, auf eine im Vergleich unterlegene Leistung verwiesen zu werden“, erläutert der G-BA.

Einen Tag zuvor hatte Sanofi die Indikationserweiterung der Vakzine bekanntgegeben: Die Altersgrenze lag bislang bei 65 Jahren, nun wurde sie auf 60 Jahre herabgesetzt. Damit kann die Vakzine ab der Saison 21/22 konform zur Empfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko) als neuer medizinischer Standard bei älteren Menschen angewendet werden. Vorgesehen ist das Inkrafttreten des G-BA-Beschlusses für den 1. April 2021.