Cannabidiol

Cannabis im dm-Onlineshop APOTHEKE ADHOC, 08.08.2018 09:22 Uhr

Berlin -

Der Markt mit Cannabis boomt, immer mehr Hersteller bieten Nahrungsergänzungsmittel (NEM) mit Cannabidiol (CBD) an. Limucan, ein im westfälischen Marl ansässiges Unternehmen, bietet nach eigenen Angaben einmalig im deutschen Drogeriemarkt einen natürlichen Hanfextrakt in öliger Lösung an.

Cannabis sativa weist eine hohe Anzahl von verschiedenen chemischen Verbindungen auf, zu denen CBD gehört. Aus rechtlicher Sicht kann es sowohl als Arzneimittel, als NEM und auch als Kosmetikum erworben werden. Als Arzneimittel ist die Substanz rezeptpflichtig und muss vom Arzt verschrieben werden. Ein Betäubungsmittelrezept wird nicht benötigt.

Das CBD-Öl von Limucan ist vegan, laktose- sowie glutenfrei und ist exklusiv im dm-Onlineshop oder im Direktvertrieb beim Hersteller erhältlich. Auf der Website wird das Produkt unter „allgemeine Stärkungsmittel“ gelistet. Der Hersteller wirbt mit einer Qualität „made in Germany“. Die 10 ml-Flasche mit 5 Prozent CBD gibt es für 28,95 Euro; künftig soll es auch eine 10-prozentige Rezeptur bei dm geben, beim Hersteller kann diese Konzentration schon bestellt werden. „Wir sind sehr stolz, gleich beim größten Drogeriekonzern Europas im Online-Sortiment gelistet zu werden. Unser neues Produkt zeichnet sich durch einen verbesserten, deutlich milderen Geschmack aus“, sagt Geschäftsführer Murad Salameh. Es sei eines der qualitativ hochwertigsten CBD-Öle auf dem Markt. Empfohlen wird eine Dosis von zweimal täglich je ein bis drei Tropfen. Limucan CBD Öl kann auch über die Apotheke bezogen werden, bisher musste direkt bestellt werden. Dies soll sich jedoch in naher Zukunft ändern, da die Präparate in einigen Wochen dann auch über den Großhändler Medilog bezogen werden können.

CBD-Öle, die über einen Gehalt von Tetrahydrocannabinol (THC) von unter 0,2 Prozent verfügen und als NEM oder Kosmetikum verkauft werden, können vom Kunden legal und rezeptfrei bezogen zu werden. Diese Präparate dürfen aber nicht als Medizin beworben werden. Da es keine Daten zur Anwendung in der Schwangerschaft und Stillzeit gibt, ist vor Anwendung eine ärztliche Nutzen-Risiko-Analyse sinnvoll. NEM haben keine Prüfungen auf Identität, Reinheit und Gehalt durchlaufen und sind im Hinblick auf die Qualität nicht mit einem Arzneimittel zu vergleichen.

Auf dem Markt gibt es auch weitere Mitbewerber: So führte die Firma Medropharm im April diesen Jahres drei cannabiniodhaltige-Produkte am deutschen Markt ein. Dazu zählen zwei Tinkturen, die als NEM eingestuft sind: „Cannabis Tinktur C1 5,25 Prozent“ und „Cannabis Tinktur C2 5,35 Prozent“. Zudem ist das Hanfbalsam „CBD Skin Revitalizer“ erhältlich. Nach Angabe des Herstellers soll das Kosmetikprodukt die Regenerationsfähigkeit der Haut stärken. Der Anteil von THC liegt bei den Produkten unter dem gesetzlichen Richtwert. Apotheken können die Produkte über den Vertriebsdienstleister Med-X-Press beziehen oder über den Großhändler. Kunden können die Produkte aber auch über den Online-Shop des Herstellers bestellen.

Das Cannabinoid spielt auch im Feld der Wirkstoffforschung eine große Rolle. Frühere Untersuchungen an Tieren und Menschen gaben bereits Hinweise, dass CBD, der Gegenspieler von Tetrahydrocannabinol (THC), antipsychotische Eigenschaften besitzt. Britische Wissenschaftler haben im vergangenen Jahr in einer kleinen Studie herausgefunden, dass die Substanz signifikant die Symptome der Schizophrenie lindert.

Die Forscher um Professor Dr. Philip McGuire vom Institut für Psychiatrie, Psychologie und Neurowissenschaften des King's College London zogen für die randomisierte, doppelblinde Parallelgruppenstudie 88 schizophrene Patienten mit bestehender antipsychotischer Medikation heran. Die Studienteilnehmer erhielten sechs Wochen lang entweder CBD (1000 mg/Tag; n=43) oder Placebo (n=45) zusätzlich zu ihren Arzneimitteln. Die Patienten hatten auf das Cannabinoid angesprochen und auch das Nebenwirkungsprofil war positiv.