Booster, Studien, Wirksamkeit

Update Impfstoffe APOTHEKE ADHOC, 24.09.2021 12:49 Uhr

  • Biontech, Valneva, Moderna – es gibt neue Informationen zu den Impfstoffen. Foto: Miguel Toro/Shutterstock.com
Berlin -

Die Forschung bei den Corona-Impfstoffen geht weiter voran. Biontech erhält die Notfallzulassung für die Booster-Impfung, Valneva hält an seinem Totimpfstoff fest und in Indien ist seit rund drei Wochen der erste DNA-Impfstoff zugelassen. Um im kommenden Jahr auch Kinder impfen zu können, arbeiten Biontech und Moderna mit Hochdruck an neuen Studiendaten.

Notfallzulassung für Booster

Die US-Arzneimittelbehörde FDA hat eine dritte Impfung mit Comirnaty als Booster mittels Notfallzulassung erlaubt. Menschen über 65 Jahren und alle, die zu einer Hochrisikogruppe gehören, haben demnach Anspruch auf die dritte Injektion. Studien zeigen, dass eine Auffrischungsdosis mit dem mRNA-Impfstoff hohe Neutralisationstiter gegen Sars-CoV-2 und alle derzeit getesteten Varianten hervorruft. Die Booster-Impfung soll sechs Monate nach der zweiten Spritze gegeben werden. Die Nebenwirkungen ähneln in Art und Schwere denen nach der Grundimmunisierung.

Biontech veröffentlicht die ersten Daten aus der zulassungsrelevanten Studie für Kinder. Innerhalb dieser Studie wird das Vakzin an 5- bis 11-Jährigen getestet. Bisher zeigt sich ein gutes Verträglichkeits- und Wirksamkeitsprofil. Die Proband:innen entwickelten hohe neutralisierende Antikörpertiter. Auch Kinder dieser Altersgruppe erhalten zwei Dosen im Abstand von drei bis sechs Wochen. Pro Spritze sind jedoch nur 10 µg mRNA-Impfstoff enthalten. Eine Dosis für Kinder ab 12 Jahren und Erwachsene enthält 30 µg Wirkstoff.

Valneva weitet Studien aus

Valneva setzt die Ausweitung der klinischen Studien zu seinem inaktivierten Covid-19-Impfstoffkandidaten VLA2001 trotz des Rückschlags in Großbritannien fort. Anfang September startete die Arzneimittelbehörde MHRA mit der Überprüfung der Vakzine. Eine Woche später kündigte Großbritannien den Liefervertrag auf. Angebliche Verstöße gegen die Liefervereinbarungen seitens des österreichisch-französischen Impfstoffherstellers sollen dazu geführt haben, dass die unterzeichneten Lieferverträge gekippt wurden.

Nun setzt das Unternehmen die Rekrutierung von Proband:innen fort. Das Vakzin soll ebenfalls an Jugendlichen zwischen 12 und 17 Jahren getestet werden. Die Teilnehmer:innen erhalten im Abstand von 28 Tagen entweder zwei Dosen des Impfstoffkandidaten VLA2001 oder ein Placebo, gefolgt von einer Auffrischungsdosis sieben Monate nach Aufnahme in die Studie. Valneva entwickelt als einziges europäisches Unternehmen eine Corona-Schutzimpfung auf Basis eines Totimpstoffes. Die abweichende Impfstofftechnologie soll zu einer breiteren Immunantwort führen. Denn anders als bei den mRNA- und Vektorimpfstoffen entwickeln die Impflinge nicht nur gegenüber dem Spikeprotein Antikörper – Immunantworten werden auch auf alle übrigen Bestandteile des Erregers entwickelt.

Moderna-Booster reduziert Impfdurchbrüche

Moderna spricht sich für eine Booster-Impfung mit dem mRNA-Imfpstoff Spikevax auf, denn in der Praxis zeigt sich, dass es 13 Monate nach der zweiten Impfung mehr Impfdurchbrüche gibt als nach acht Monaten. „Wir glauben, dass eine dritte Dosis das Risiko für Covid-19 bei Personen, deren Erstimpfung mehr als sechs Monate zurückliegt, reduziert“, heißt es vom Unternehmen. Analysen, die unter anderem auf Real-World-Daten basieren, zeigen, dass Spikevax 96 Tage lang zu 92 Prozent einen Besuch in der Notaufnahme und 106 Tage lang zu 95 Prozent eine Hospitalisierung verhindert. Dann nehmen die Wirksamkeiten ab. „Der Covid-19-Impfstoff von Moderna bleibt angesichts der hohen Prävalenz der Delta-Variante etwa 3,5 Monate nach der Impfung wirksam“, erklärt Moderna.

Indien impft mit DNA-Vakzin

Anfang September wurde der Impfstoff ZyCov-D zugelassenen. Es handelt sich um den weltweit ersten zugelassenen Corona-DNA-Impfstoff. Die Impfung wird intradermal verabreicht. Zur Applikation wird der nadelfreie Pharmajet Tropis Injektor benötigt. Anders als mRNA-Impfstoffe müssen DNA-Impfstoffe bis in den Zellkern vordringen, um eine Immunantwort zu erzeugen. Erst dort wird die eingebrachte DNA in mRNA umgeschrieben, sodass das Spike-Protein gebildet werden kann. Grob lässt sich sagen, dass die DNA-Impfstoffe ähnlich arbeiten wie die mRNA-Imfpstoffe – lediglich mit einem Zwischenschritt.