Umfrage zeigt Aufklärungslücken

Haarausfall bei Frauen: Apotheken als zentrale Anlaufstelle Cynthia Möthrath, 04.11.2021 08:59 Uhr

Haarausfall kann extrem belastend sein – gezielte Mikronährstoffe können helfen. Foto: ShotPrime Studio/shutterstock.com
Berlin - 

Wenn die Haare auf dem Kopf immer dünner werden, versetzt das viele Frauen in Alarmbereitschaft: Die erblich-bedingte Alopezie ist häufiger als gedacht. Einer Umfrage zufolge herrschen beim Verständnis der Erkrankung jedoch noch immer große Wissenslücken – die Apotheke kann als zentrale Anlaufstelle eine wichtige Rolle übernehmen.

Etwa 100 Haare verliert ein gesunder Mensch pro Tag. Was zunächst nach viel klingt, ist im Verhältnis gesehen gar nicht mehr so schlimm: Insgesamt hat der Mensch etwa fünf Millionen Haare auf dem Körper – je nach Haarfarbe, Haartyp und Herkunft befinden sich zwischen 100.000 und 150.000 Haare auf dem Kopf. Ein gewisses Maß an Haarverlust ist also normal.

Eine Umfrage unter 1000 Frauen, die von Bayer Vital durchgeführt wurde, zeigt nun, dass viele Frauen nicht ausreichend über die Thematik informiert sind: Dabei haben 40 Prozent der Befragten bereits selbst bereits Erfahrungen mit Haarausfall gemacht. 85 Prozent empfinden ihn als psychisch „belastend“, über die Hälfte sogar als „sehr belastend“. Der „anlagebedingte Haarausfall“ kann sowohl bei Frauen wie auch bei Männern auftreten. Allerdings äußert er sich bei den Geschlechtern unterschiedlich: Bei Frauen werden die Haare meist insgesamt dünner, oft ist vor allem der Scheitelbereich betroffen. Meist kommt es bei Frauen nicht zu einer Glatzenbildung, auch wenn die Haare weniger werden.

Mangelernährung der Haarwurzeln nicht bekannt

In Bezug auf die Auslöser der Alopezie zeigte die Umfrage überraschende Ergebnisse: Nur wenige Frauen kennen die ursächlichen Zusammenhänge: „64 Prozent vermuten hormonelle Schwankungen, 45 Prozent Stress und nur 35 Prozent sind auf der richtigen Spur und vermuten, dass ein Zusammenhang mit einer Mangelernährung der Haarwurzeln besteht“, erklärt Bayer. „Hier zeigt sich, dass Aufklärung über die Bedeutung der Mangelernährung von Haarwurzeln nötig ist.“

Als bevorzugte Informationsquellen gaben die Frauen das Internet und die Apotheke an. Bei letzterer erwarten die Befragten vor allem Verständnis für ihre Situation. 71 Prozent gaben zudem an, eine kompetente Beratung zum Thema Haarausfall zu wünschen – für mehr als die Hälfte gehört dazu auch die Empfehlung einer konkreten rezeptfreien Therapie. „Hier wird deutlich, welche wichtige Rolle Apotheker:innen und PTAs für Frauen mit erblich bedingtem Haarausfall spielen können“, so der Leverkusener Konzern. 39 Prozent der Frauen gaben an, selbst zu Nahrungsergänzungsmitteln zu greifen, 33 auch zu Haarpflegeprodukten. Nur 27 Prozent nannten „rezeptfreie Arzneimittel aus der Apotheke“ als Behandlungsoption.

Mikronährstoffe als Lösung

Beim erblich bedingten Haarausfall – häufig auch als androgenetische Alopezie (AGA) bezeichnet – tritt eine mangelhafte Vaskularisierung auf, welche dazu führt, dass ein Nährstoffdefizit an den Haarwurzeln entsteht. Die Haarwurzeln „verhungern“ regelrecht. Die aktuelle „Survivor-Studie“ konnte nachweisen, dass es direkt an der Haarwurzel zu einer Mangelversorgung kommt, die durch gezielte Nährstoffzufuhr ausgeglichen werden kann. In der Untersuchung wurden unter anderem die Effekte der Mikronährstoffkombination von Priorin-Kapseln untersucht. Demnach kann der gezielte Einsatz helfen, um einem Nährstoffmangel und dem damit verbundenen Haarausfall entgegenzuwirken.

Der Zyklus der Haare

Die Haare unterliegen einem stetigen Zyklus. Sie bestehen aus abgestorbenen Zellen, dem sogenannten Keratin, und enthalten weder Nerven noch Blutgefäße. Daher werden sie häufig auch als „Hautanhangsgebilde“ bezeichnet. Gebildet werden sie aus den in der Kopfhaut befindlichen Haarwurzeln, welche die Haarzellen produzieren. Diese schieben sich nach und nach an die Oberfläche und entwickeln sich zu den sogenannten Spindeln. Diese wiederum bilden lange Fasern, die sich miteinander verdrehen und schließlich zu einem Haar werden.

Die Haare unterliegen einem bestimmten Wachstumsrhythmus. Durchschnittlich wächst ein Haar zwei bis sechs Jahre lang täglich einige Millimeter. Nach dieser aktiven Wachstumsphase (Anagenphase) folgt schließlich eine Übergangsphase (Katagenphase), die etwa zwei Wochen andauert. Anschließend wird das Haar in einer zwei-bis viermonatigen Ruhephase oder auch Ausfallphase (Telogenphase) von dem darunterliegenden, neuen Haar abgestoßen und fällt aus. Die Haare unterliegen also einem ständigen Kreislauf.