Apothekenhonorar

Wolf nimmt 2,30 Euro sportlich APOTHEKE ADHOC, 22.05.2012 12:14 Uhr

Berlin - 

Lächelnd hat ABDA-Präsident Heinz-Günter Wolf am Vormittag im Berliner Hauptbahnhof für Hausapotheken geworben. Deren Inhalte wie Schmerzmittel, Pflaster & Co. seien ein „persönliches Ding“, sagte Wolf: Eine Familie mit kleinen Kindern brauche andere Arzneimittel als ein Single. Anlass der Kampagne „Unsere Leistung für Ihre Gesundheit“ ist der Tag der Apotheke am 24. Mai. Dann sollen in ganz Deutschland Apothekenmitarbeiter ihre Kunden auf das Beratungsangebot zur Hausapotheke aufmerksam gemacht werden.

Die Nachfrage sei vorhanden: Verbraucher erkundigten sich in ihrer Apotheke nach den richtigen Mitteln für die Hausapotheke, sagte Wolf. Bundesweit beteiligen sich ABDA zufolge mindestens 5500 Apotheken an der Aktion.

Am Abend wechselt die meterhohe, aufgeblasene Hausapotheke in die Jägerstraße. Dort wird Wolf beim ABDA-Sommerfest Vertreter aus Politik und aus der Branche begrüßen. Ob Gesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) anwesend sein wird, ist laut Ministerium noch nicht sicher.

 

Ein Gesprächsthema am Abend könnte das Apothekerhonorar sein. Kürzlich hatte der GKV-Spitzenverband in einem Argumentationspapier zur AMG-Novelle einen Zwangsrabatt von 2,30 Euro gefordert. Wolf sieht diese Forderung betont gelassen: Sie sei ein „logischer Teil der sportlichen Auseinandersetzung“, sagte er. Die ABDA bleibe weiterhin bei ihrer „klaren Forderung“ von einer Ausgangsbasis bei 1,75 Euro.

Ein Kassenabschlag von 2,30 Euro galt bereits bis einschließlich 2008. Für die Jahre 2009 und 2010 hatte die Schiedsstelle den Abschlag auf 1,75 Euro gesenkt und dies mit den Ausgabensteigerungen der Apotheken begründet. Beide Schiedssprüche werden aber noch vor dem Landessozialgericht Berlin-Brandenburg verhandelt.

Die Regierung hatte den Abschlag mit dem AMNOG für die Jahre 2011 und 2012 auf 2,05 Euro festgeschrieben, um bei den Apotheken 200 Millionen Euro zu sparen. Die Union will 1,75 Euro als Ausgangsbasis festschreiben, die zuständigen Ministerien zögern noch.