62 Apotheken weniger

Schließungswelle setzt sich fort 05.05.2026 07:56 Uhr

Berlin - 

Auch im ersten Quartal hat sich das Apothekensterben bundesweit weiter fortgesetzt. Insgesamt ist die Zahl der Betriebe um 62 zurückgegangen. Die Zahl der Schließungen übersteigt die Zahl der Neueröffnungen erneut deutlich: 81 Schließungen standen nur 19 Neueröffnungen gegenüber.

16.601 Betriebe gab es noch zum Jahresanfang, bis zum 31. März ist die Anzahl an Betrieben bundesweit auf 16.533 gesunken. In insgesamt 14 der 17 Kammerbezirke ist seit Beginn des Jahres ein weiterer Rückgang der Anzahl an Betrieben zu verzeichnen.

Im Saarland, in Hamburg und in Bremen hat sich die Anzahl an Betrieben seit Jahresbeginn nicht verändert. Im Saarland und in Bremen gab es nach Kammerangaben keine Schließungen oder Neueröffnungen, in Hamburg eine Schließung und eine Neueröffnung.

Der Rückgang in den anderen Kammerbezirken bewegt sich überwiegend im einstelligen Bereich. Lediglich in Baden-Württemberg ist mit 11 Betrieben ein Rückgang im zweistelligen Bereich zu verzeichnen.

Neueröffnungen bleiben eine Seltenheit: In knapp der Hälfte der Kammerbezirke – Brandenburg, Bremen, Hessen, Westfalen-Lippe, Saarland, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein und Thüringen – hat es seit Anfang des Jahres keine einzige Neueröffnung gegeben.

Bundesländer im Einzelnen:

  • Baden-Württemberg: 2072 Apotheken, minus 11 ( 13 Schließungen, 2 Neueröffnungen)
  • Bayern: 2610 Apotheken, minus 6 (9 Schließungen, 3 Neueröffnungen)
  • Berlin: 668 Apotheken, minus 5 (7 Schließungen, 2 Neueröffnung)
  • Brandenburg: 519 Apotheken, minus 4
  • Bremen: 118 Apotheken
  • Hamburg: 350 Apotheken (1 Schließungen, 1 Neueröffnung)
  • Hessen: 1269 Apotheken, minus 5
  • Mecklenburg-Vorpommern: 349 Apotheken, minus 2 (3 Schließungen, 1 Neueröffnung)
  • Niedersachsen: 1620 Apotheken, minus 2 (5 Schließungen, 3 Neueröffnungen)
  • Nordrhein: 1893 Apotheken, minus 3 (7 Schließungen, 4 Neueröffnungen)
  • Westfalen-Lippe: 1604 Apotheken, minus 9
  • Rheinland-Pfalz: 789 Apotheken, minus 4 (6 Schließungen, 2 Neueröffnung)
  • Saarland: 249 Apotheken
  • Sachsen: 864 Apotheken, minus 3 (4 Schließungen, 1 Neueröffnungen)
  • Sachsen-Anhalt: 537 Apotheken, minus 2
  • Schleswig-Holstein: 551 Apotheken, minus 3
  • Thüringen: 471 Apotheken, minus 3

Mehrbelastung statt Entlastung

Die Bundesregierung hatte sich im Koalitionsvertrag eigentlich zu einer wirtschaftlichen Stärkung der Vor-Ort-Apotheken bekannt. Unter anderem hatte die Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU) versprochen, dass das Apothekenfixum „zeitnah“ auf 9,50 Euro angehoben, das Skontoverbot aufgehoben und die Vergütung im Notdienst erhöht wird. Umgesetzt ist bisher allerdings nichts: Die Verordnung, die auch Skonto und Notdienstvergütung enthält, steckt in Brüssel fest; ein Entwurf zum Fixum liegt bisher nicht vor.

Stattdessen könnten sich die Apotheken sogar neuen Belastungen gegenübersehen, denn mit dem GKV-Beitragsstabilisierungspaket soll auch der Abschlag dauerhaft erhöht werden und die Vertragspreise bei Hilfsmitteln gekürzt werden. Auch die angedachte Erhöhung der Arbeitgeberbeiträge bei Minijobs und die Anhebung der Beitragsbemessungsgrenze wird die Apotheken kosten. Insgesamt würden durch die Maßnahmen rund 14.000 Euro an Zusatzkosten zusammenkommen, rechnete Finanzexperte Dr. Sebastian Schwintek von der Treuhand Hannover.