Leitbildprozess

MVDA will Leitbild beschleunigen APOTHEKE ADHOC, 07.04.2014 11:55 Uhr

2030 ist zu spät: Der MVDA will gemeinsam mit der ABDA das Leitbild gestalten. Foto: APOTHEKE ADHOC
Berlin - 

Bereits beim Deutschen Apothekertag (DAT) in Düsseldorf hat der Marketing Verein deutscher Apotheker (MVDA) die lange Umsetzung des Leitbild-Prozesses bis 2030 kritisiert. Pünktlich zum Konvent in Berlin machen MVDA-Präsident Wolfgang Simons und sein Vize Ulrich Ströh erneut Druck: In einem offenen Brief an ABDA-Präsident Friedemann Schmidt mahnen sie zur Eile und bieten der ABDA ihre Zusammenarbeit an.

Der MVDA fordert schnelleres Handeln beim Umsetzen des Leitbilds: „Wie viel Zeit soll noch vergehen?“ Bereits 1993 habe der Berufsstand über die künftige Positionierung der öffentlichen Apotheke debattiert. Die damals formulierten 7-Thesen seien weder politisch voll durchgesetzt noch im Arbeitsalltag der Apotheken verankert worden. Dass der Leitbild-Prozess erst 2030 ende, könne nicht der richtige Weg sein, heißt es in dem Brief.

Die Apotheken sollten sich laut Simons und Ströh auf ihre Kernkompetenz – Pharmazie – konzentrieren. Künftig werde ein zentrales Thema Arzneimitteltherapiemanagement sein. Die Apotheken müssten den „Arzneimittelairbag“ erfinden und zeitnah sowie flächendeckend umsetzen.

Auch die neue Bundesregierung werde versuchen, von den Apotheken mehr Leistungen zu verlangen. Wollten die Apotheken dauerhaft eine tragende Säule des Gesundheitswesens sein, könne man sich dieser Forderung nicht entziehen.

Simons und Ströh werben deshalb für eine Zusammenarbeit zwischen ABDA und MVDA: „Wir sind der Meinung, dass dies nur mit vereinten Kräften möglich sein wird und dass apothekereigene Zusammenschlüsse wie der MVDA dazu einen gewichtigen Beitrag leisten können.“ Mit dem Brief solle Schmidt ermutigt werden, in eine offene und konstruktive Diskussion mit Vertretern aus unserem Zusammenschluss einzutreten.

Gleichzeitig räumte der MVDA ein, dass Schmidt derzeit in seiner Rolle nicht zu beneiden sei. Der ABDA-Präsident müsse die Erwartungen der Politik und der Apotheker erfüllen. „Dies gleicht mitunter der Quadratur des Kreises“, heißt es.

Vor rund einem Jahr war der MVDA noch selbst mit politischen Forderungen vorgeprescht: Die Kooperation hatte ein Apothekenhonorar von 9,40 Euro gefordert und wollte sich auch ansonsten stärker in die Debatte einbringen. Nach eigenen Vorstößen sucht der MVDA jetzt offenbar den Schulterschluss.