Hustenstiller

Eibisch wirkt antientzündlich APOTHEKE ADHOC, 11.11.2017 09:28 Uhr

  • Eibisch kann das Hyaluronsäure abbauende Enzym Hyaluronidase reduzieren, so das Ergebnis einer In-vitro-Studie. Foto: APOTHEKE ADHOC

Berlin - Schleimstoffe gegen Husten: Eibisch wurde schon von Hippokrates als Heilpflanze genutzt und ist als Hustenstiller eine bewährte Empfehlung. Dass die Inhaltsstoffe mehr können als nur den Hustenreiz lindern, soll eine aktuelle Studie belegen.

Schleimstoffe wirken lindernd bei Reizhusten und Schleimhautreizungen im Mund- und Rachenraum. Säfte oder Lutschpastillen mit Eibisch sollen eine schützende Schleimschicht um die gereizten Schleimhäute legen und durch diesen „Pflastereffekt“ die Beschwerden und den Hustenreiz lindern. Außerdem soll die Regenerationsfähigkeit der Schleimhautzellen gefördert werden.

Blätter und Wurzeln der bis zu 1,5 Meter hohen Pflanze enthalten die wirksamen Inhaltsstoffe. Die Blätter enthalten etwa 6 Prozent Schleimstoffe, die Wurzeln hingegen 10 bis 20 Prozent. Dabei werden die drei Gruppen Glucane, Arabinogalactane und Rhamnogalacturonane unterschieden.

Laut einer im „National Center for Biotechnology Information“ (NCBI) veröffentlichten Studie kann dem Malvengewächs eine entzündungshemmende Wirkung zugesprochen werden. Hierbei handelt es sich um eine In-vitro-Studie der Universität Münster. Die Untersuchungen zeigten eine Reduktion des Hyaluronsäure abbauenden Enzyms Hyaluronidase-1 (HYAL-1), die auf Bestandteile des Eibisch-Trockenextraktes zurückzuführen sei.

Körpereigene Hyaluronsäure besitzt antientzündliche Eigenschaften, soll die Zellerneuerung begünstigen und den Heilungsprozess beschleunigen – auch im Falle durch eine Erkältung gereizter Schleimhäute.

Die niedermolekularen Bestandteile aus Eibischwurzeln hemmten die enzymatische Aktivität der oberflächenexponierten humanen HYAL-1 auf Escherichia coli F470 Zellen, so die Wissenschaftler. „Diese Daten tragen zu einem tieferen phytochemischen Verständnis von Eibischwurzelextrakten und zum positiven Einfluss von Extrakten bei, die zur Therapie von gereiztem und entzündetem Bukkalgewebe und Husten eingesetzt werden“, heißt es in der Studienzusammenfassung.

Der bekannteste Eibischsirup ist Phytohustil (Bayer), der bereits ab einem Jahr angewendet werden kann. Das pflanzliche Arzneimittel wird nach Alter dosiert und kann je nachdem drei- bis sechsmal täglich eingenommen werden. Der Hustensaft muss sich seit November 2017 den Markt mit Silomat Eibisch/Honig teilen. Sanofi hatte im vergangenen Herbst eine Phyto-Attacke gestartet. Wie das ehemalige Steigerwald-Präparat ist der Newcomer mit Blick auf die lokale Wirkung der Mucine als Medizinprodukt zugelassen. Sanofi bewirbt sein Präparat damit, dass es frei von Alkohol ist. Außerdem kommt der Außendienst auch hier mit dem Argument, dass der eigene Trockenextrakt ergiebiger ist: Bei Phytohustil werden für Erwachsene sechsmal täglich 5 bis 10 ml empfohlen, bei Silomat sind es sechsmal 5 ml.