Lizenzvereinbarung

Vividrin akut: Nur der Großhandel kann liefern APOTHEKE ADHOC, 15.06.2018 13:53 Uhr

Berlin - Die Allergiezeit ist noch nicht überwunden, von Juckreiz und Tränen geplagte Augen sind noch immer Thema in der Offizin. Dr. Gerhard Mann kann dennoch Vividrin akut Augentropfen (Azelastin) nicht direkt liefern.

Zwar gibt es zurzeit keinen Engpass, aber Vividrin akut Augentropfen sind nur eingeschränkt lieferbar. Apotheken mussten sich im vergangenen Jahr ausreichend mit Direktware bevorraten. Seit Jahresbeginn sind die Azelastin-haltigen Augentropfen nur noch zu Großhandelskonditionen erhältlich. Die Ursache liegt nicht in einem Rohstoffproblem, sondern in der Zulassung.

Dr. Mann hatte bislang keine eigene Zulassung für die antiallergischen Augentropfen, sondern eine Lizenzvereinbarung mit Meda. Diese endete jedoch zum 31. Januar dieses Jahres. Seit Februar darf Dr. Mann Vividrin akut Augentropfen folglich nicht mehr selbst vertreiben. Der Markt kann aber noch mit Großhandelsware versorgt werden, die vor dem Auslaufen der Lizenzvereinbarung von den Großhändlern eingekauft wurde.

Dem Vernehmen nach will Dr. Mann 2019 das Direktgeschäft wieder aufnehmen und das Zulassungsproblem geklärt haben. Äußern will sich das Unternehmen zum Thema jedoch nicht. Nur so viel teilt der Hersteller mit: „Die Vividrin akut-Produkte sind bis auf Weiteres über den Großhandel lieferbar.“ Für das Vividrin akut Nasenspray hält Dr. Mann die Zulassung selbst.

Neben Meda hält auch Kohne Pharma eine Zulassung für Vividrin akut Augentropfen. Das Unternehmen aus Haan ist als Full-Service Dienstleister für deutsche Zulassungen tätig und besitzt eigene Zulassungen mit Schwerpunkt in den Bereichen Ophthalmologie und Onkologie. Über eine mögliche Kooperation mit Dr. Mann lässt sich nur spekulieren.

Azelastin-haltige Augentropfen sind von verschiedenen Herstellern im Handel. Von Meda kommt Allergodil, OmniVision hat mit Azela-Vision sine Einzeldosisbehältnisse auf dem Markt. Ursapharm hält die Zulassung für Pollival Augentropfen, die zum Jahresbeginn in die Sichtwahl einzogen.

Laut den Ergebnissen der APOSCOPE-Studie „Antiallergika 2018“ ist Azelastin bei allergischer Bindehautentzündung die Empfehlung Nummer eins in Apotheken. Levocabastin kommt auf Platz zwei, gefolgt von Cromoglicinsäure und Ketotifen. Azelastin konnte bei den Befragten in puncto Wirksamkeit und Verträglichkeit punkten. Gefragt nach Produkten haben Vividrin alut Augentropfen bei Apothekern und PTA die Nase vorn. Allergodil landet hinter Livocab und Euphrasia von Wala.