Keine generelle Empfehlung

Stiko-Entwurf: Nur vorerkrankte Kinder impfen APOTHEKE ADHOC, 08.06.2021 12:03 Uhr

  • Nur mit Vorerkrankung: Die Stiko will keine generelle Impfung für Jugendliche empfehlen. Foto: APOTHEKE ADHOC

Berlin - Comirnaty (Biontech) hatte Ende April die Zulassungserweiterung für Kinder und Jugendliche ab 12 Jahren erhalten. Eine Impfempfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko) steht aktuell noch aus. Doch der Beschlussentwurf scheint keine generelle Impfempfehlung vorzusehen.

Laut Berichten der Frankfurter Allgemeine Zeitung beschränkt sich die Impfempfehlung der Stiko gegen Corona nur auf vorerkrankte Kinder. Der interne Beschlussentwurf, der noch diese Woche verabschiedet werden soll, spricht sich somit gegen eine generelle Impfempfehlung der ab 12-Jährigen aus. Der Bericht bezieht sich ausschließlich auf Comirnaty. Aktuell hält der mRNA-Impfstoff des Mainzer Unternehmens Biontech als einziger die Zulassung für die Altersgruppe.

Zur Liste der Erkrankungen, die bei Kindern und Jugendlichen das Risiko für einen schweren Verlauf erhöhen gehören laut Beschlussvorlage:

  • Adipositas
  • Hypertonie
  • bestimmte Erkrankungen des Immunsystems
  • Trisomie-21
  • spezielle Herzerkrankungen
  • spezielle Nierenerkrankungen
  • bösartige Tumorerkrankungen
  • chronische Erkrankungen des Nervensystems

Die Stiko kündigte bereits vor der Zulassungserweiterung an, dass es keine überstürzte Empfehlung geben werde. „Wir wollen in jedem Fall die Daten zur Impfung von Kindern genau prüfen, bevor eine generelle Impfempfehlung für Kinder gegeben werden kann“, so der Vorsitzende Professor Dr. Thomas Mertens. Argumente wie Urlaub könnten nicht die entscheidungsrelevanten Argumente der Stiko sein. Mitte Mai sprach sich Mertens für eine priorisierte Impfung von vorerkrankten Kindern aus. Nun ist ein Beschlussentwurf zu Corona-Kinderimpfungen an Länder und Fachgesellschaften verschickt worden – eine Impfempfehlung für gesunde Kinder ist nicht enthalten.

Auch Kinder- und Jugendärzt:innen lehnen eine generelle Impfpflicht eher ab. Sie verweisen darauf, dass es bei jedem Patient und jeder Patientin weiterhin eine Nutzen-Risiko-Abwägung geben muss. Es dürfe nicht dazu kommen, dass Ärzt:innen auf Druck der Eltern impften. Vielmehr sollte sich im Dialog mit Eltern, Kindern und Ärzt:innen für oder gegen eine Immunisierung entschieden werden.