Krankenhäuser

Helios: Klinikapotheke im Industriegebiet Lothar Klein, 20.07.2016 14:53 Uhr

Berlin -

Der Klinikkonzern Helios hat die erste externe Krankenhausapotheke eröffnet: Vom Standort in Wahlstedt aus, 45 Kilometer von Kiel entfernt, versorgt eine neue Niederlassung zehn firmeneigene Häuser mit zusammen 2500 Betten. Eine Neuheit in der Kliniklandschaft: Denn die Helios-Apotheke steht mitten in einem Industriegebiet.

Rechtlich gehört die Apotheke zur Helios-Klinik Kiel. Mit ihren zehn Mitarbeitern arbeitet Apothekenleiterin Sonja von Häfen auf der grünen Wiese in einer Halle, die mit modernster Technik alle pharmazeutischen Standards erfüllt. Vier Pharmazeuten, zwei PTA, zwei PKA und zwei Logistiker organisieren den Betrieb. „Wir hatten ein Lücke im Nordwesten“, begründet von Häfen die Neugründung.

Zur Unternehmensphilosophie von Helios gehört die Arzneimittelversorgung der Kliniken in Eigenregie. Mit dem neuen Standort betreibt Helios jetzt bundesweit 17 Klinikapotheken. „Den allergrößten Teil der Arzneimittel kaufen wir gemeinsam im Direktbezug“, erklärt von Häfen. Eilige Notfallmedikamente würden über den Großhandel geordert: „Helios will für seine Kliniken einen einheitlichen Versorgungsstandard mit Arzneimitteln sicherstellen.“ Bisher wurden die Helios-Kliniken im Norden von einer externen Apotheke versorgt.

In der 1300 Quadratmeter großen Halle steht ein halbautomatischer Kommissionierer, der parallel für 24 Stationen die Ware bereitstellt. Die Kisten werden in GDP-konformen Transportern zu den Kliniken gefahren. „Im Sommer werden die Arzneimittel gekühlt und im Winter beheizt“, sagt von Häfen.



Geöffnet hat die Klinikapotheke von 7 bis 16 Uhr. Neben den Arzneimitteln bieten die vier Approbierten auch pharmazeutische Beratung für die zehn angeschlossenen Kliniken. Nicht nur telefonisch: Innerhalb von einer Stunde müssen die Apotheker im Notfall in jeder Klinik vor Ort sein. Das war eine Bedingung für die Genehmigung.

Außerdem gibt es für Notfälle immer eine Rufbereitschaft, 24 Stunden, 365 Tage. Eine der Kolleginnen ist stets mit Laptop und Handy ausgerüstet, um auch nachts eingreifen zu können. Ein Taxi-Unternehmen fährt dann die Arzneimittel zur Klinik.

Nur ein halbes Jahr hat der Aufbau der Klinikapotheke gedauert. Die Halle gehörte bereits zuvor der Fresenius-Tochter. Im Mai 2015 startete die Planung mit dem Grundriss. Ab Juli 2015 wurde umgebaut. Und am 1. November konnte bereits der Probebetrieb aufgenommen werden. „In den Monaten dazwischen habe ich das Personal gesucht und gefunden“, so von Häfen. „Wir haben von Null in wenigen Monaten eine große Klinikapotheke aufgebaut, einschließlich der notwendigen Ausrüstung.“



Mit der Belieferung der umliegenden Kliniken wurde im Januar 2016 begonnen – zunächst mit der Helios-Klinik in Kiel. Schritt für Schritt folgten die anderen neun Häuser in Schleswig-Holstein und Hamburg. Die am häufigsten abgegebenen Arzneimittelgruppen sind wie für die meisten Krankenhäuser Antibiotika und Anästhetika. Selbst hergestellt werden Rezepturen. „Seit Februar fahren wir Volllast“, so von Häfen. Jetzt sind 1500 Lagerartikel vorrätig. Im ersten Halbjahr wurden 250.000 Arzneimittelpackungen ausgeliefert.

Zu Helios gehören 112 Akut- und Rehabilitationskliniken inklusive sieben Maximalversorger in Berlin-Buch, Duisburg, Erfurt, Krefeld, Schwerin, Wuppertal und Wiesbaden, 72 Medizinische Versorgungszentren (MVZ), fünf Rehazentren, 18 Präventionszentren und 14 Pflegeeinrichtungen. Helios ist damit einer der größten Anbieter von stationärer und ambulanter Patientenversorgung in Deutschland. Die Zentrale hat ihren Sitz in Berlin.

Helios versorgt jährlich mehr als 4,7 Millionen Patienten, davon rund 1,3 Millionen stationär. Die Klinikgruppe verfügt insgesamt über rund 35.000 Betten und beschäftigt rund 71.000 Mitarbeiter. Im Jahr 2015 erwirtschaftete Helios einen Umsatz von rund 5,6 Milliarden Euro. Helios gehört zum Gesundheitskonzern Fresenius und ist Partner des Kliniknetzwerks „Wir für Gesundheit“.