Konservierungsmittel

Mometason: Hexal kontert Öko-Test Nadine Tröbitscher, 06.03.2019 08:55 Uhr

  • Keine Filtertechnologie möglich: MometaHexal liegt als Suspension vor. Der Einsatz von Benzalkoniumchlorid als Konservierungsmittel ist unumgänglich. Foto: APOTHEKE ADHOC

Berlin - Öko-Test hat die 22 meistverkauften Präparate gegen Heuschnupfen getestet. Das Ergebnis ist der März-Ausgabe nachzulesen. Unter anderem wurden auch Kortison-haltige Nasensprays kritisch bewertet – darunter MometaHexal (Mometason). Das Arzneimittel wurde mit „befriedigend“ bewertet – zu Unrecht findet der Hersteller.

Nasensprays, die das Konservierungsmittel Benzalkoniumchlorid enthalten, werden von Öko-Test abgewertet. Die Begründung ist simpel – die Substanz kann die Zellen schädigen und selbst eine Allergie auslösen. Benzalkoniumchlorid reduziert die Sensibilität der Zellen gegenüber Histamin, es kommt zu Nies- und Juckreiz. Zudem nimmt der Hilfsstoff negativen Einfluss auf die Flimmerhärchen in der Nase und legt diese lahm. Das Konservierungsmittel ist auch in MometaHexal enthalten.

Apotheker und Hexal-Vorstand Wolfgang Späth stimmt mit den Testern zumindest in einem Punkt überein und zwar, dass bei wirkstoffidentischen Arzneimittel konservierungsmittelfreie Zubereitungen zu bevorzugen seien. Soweit solche eben verfügbar sind. Für Mometason ist dies nicht der Fall. Späth liefert die Begründung. „Im Gegensatz zu anderen Arzneimitteln zur nasalen Anwendung liegt aber bei Kortikoiden der Wirkstoff im Nasenspray nicht in gelöster Form vor, sondern als Suspension mit Mikrokristallen.“

„Der Einsatz von Filtertechnologien, die bei Nasensprays zur Vermeidung von Konservierungsmitteln üblicherweise eingesetzt werden, ist damit nicht möglich, da die Kristalle den Filter verstopfen würden“, erklärt Späth und ergänzt: „Konservierungsmittelfreie Zubereitungen sind deshalb bei Sprays zur nasalen Anwendung mit Mometasonfuroat nach heutigem Stand der Technik unseres Wissens nicht verfügbar.“

Späth sieht das Produkt weiterhin für viele Patienten als Mittel der Wahl, schließlich handelt es sich um eine leitlinienkonforme Therapie. „In Anbetracht der hohen Effektivität einer Behandlung mit nasalem Mometasonfuroat und den Risiken eines unzureichend behandelten Heuschnupfens sollte der Aspekt ‚Konservierungsmittel‘ in der Regel nicht den Ausschlag für eine Therapieentscheidung geben.“

Immerhin in einem Punkt sind sich Öko-Test und Pharmakonzern einig – an der Wirksamkeit gibt es nichts zu rütteln. Die Tester hatten das Prüfkriterium „Wirksamkeitsbelege“ mit „sehr gut“ bewertet. Zudem birgt das nasale Korticoid ein geringes Risiko hinsichtlich systemischer Nebenwirkungen, da Mometason nur eine geringe systemische Bioverfügbarkeit bei nasaler Anwendung besitzt.

Im Oktober 2016 wurde Mometason aus der Verschreibungspflicht entlassen, im Januar 2017 folgte Fluticason. Beide Arzneistoffe können seit dem Switch zur symptomatischen nasalen Behandlung der saisonalen allergischen Rhinitis in der Selbstmedikation angewendet werden – vorausgesetzt ein Arzt hat die Erstdiagnose gestellt. Außerdem ist die Anwendung auf Erwachsene und eine maximal zulässige Tagesdosis von 200 µg beschränkt. Die Anwendungsbeschränkung auf Erwachsene muss sowohl auf dem Behältnis als auch auf der Umverpackung sichtbar sein.