Gestationsdiabetes

Schwangerschaft: So funktioniert der Glukosetest 29.09.2026 13:13 Uhr

Berlin - 

Mit dem oralen Glukosetoleranztest (oGTT) wird geprüft, ob eine gestörte Glukoseverwertung vorliegt. Das dient nicht nur der Frühdiagnostik von Diabetes mellitus, sondern vor allem der Erkennung von Schwangerschaftsdiabetes. So funktioniert der Test.

Der Test wird laut Mutterschafts-Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) zwischen der 24. und 28. Schwangerschaftswoche durchgeführt und ist zweistufig: Beim Screening trinkt die Patientin innerhalb von fünf Minuten eine Lösung mit 50 g Glukose. In der Regel sind es 200 ml, die Einnahme erfolgt unabhängig von der Tageszeit oder der letzten Mahlzeit, in jedem Fall nicht nüchtern. Nach einer Stunde wird venöses Blut zur Bestimmung der Plasmaglukosekonzentration entnommen.

Schwangere mit Blutzuckerwerten ≥ 7,5 mmol/l (≥ 135 mg/dl) und ≤ 11,1 mmol/l (≤ 200 mg/dl) erhalten zeitnah einen oralen Glukosetoleranztest (oGTT).

Für die Bestätigung der Diagnose eines Gestationsdiabetes wird schwangeren Frauen nach Einhaltung von mindestens acht Stunden Nahrungskarenz zunächst Blut abgenommen; ein Hersteller nennt sogar 10 bis 16 Stunden ohne feste Mahlzeit. Anhand der Probe wird der Nüchtern-Blutzuckerwert bestimmt. Im Anschluss daran wird der Glukosetoleranztest verabreicht, hier sind es 75 g, entsprechend 300 ml. Die Lösung sollte auch hier innerhalb von fünf Minuten vollständig getrunken werden. Nach 60 und 120 Minuten wird den Frauen erneut venöses Blut abgenommen und der Blutglukosewert bestimmt.

Wird einer der folgenden Werte erreicht oder überschritten, liegt ein Gestationsdiabetes mellitus vor:

  • nüchtern: ≥ 92 mg/dl bzw. ≥ 5,1 mmol/l
  • nach 60 Minuten: ≥ 180 mg/dl bzw. ≥ 10,0 mmol/l
  • nach 120 Minuten: ≥ 153 mg/dl bzw. ≥ 8,5 mmol/l

In diesem Fall sollte die weitere Betreuung der Schwangeren in enger Zusammenarbeit mit einer diabetologisch qualifizierten Ärztin beziehungsweise einem diabetologisch qualifizierten Arzt erfolgen. In die Entscheidung über eine nachfolgende Behandlung sind Möglichkeiten zur Risikosenkung durch vermehrte körperliche Betätigung und eine Anpassung der Ernährung einzubeziehen.

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