Heilpflanzenporträt

Salbei: Schweißkiller und Entzündungshemmer Cynthia Möthrath, 17.05.2018 14:23 Uhr

Berlin -

Es sind weltweit mehr als 900 verschiedene Salbeiarten bekannt. In der Pharmazie wird meist der sogenannte echte Salbei (Salvia officinalis) verwendet. Er gehört zur Familie der Lippenblütler. Der Name Salvia kommt vom lateinischen „salvare“ (heilen) sowie „salvus“ (gesund). Daher lässt sich schon einiges zu den Einsatzgebieten erahnen.

Die pharmazeutisch wirksamen Inhaltsstoffe werden vor allem aus den Blättern gewonnen, die zu 1 bis 2,5 Prozent aus ätherischen Ölen bestehen, hauptsächlich Thujon und Campher. Daneben sind vor allem die enthaltenen Gerbstoffe (unter anderem die Rosmarinsäure) an der Wirkung beteiligt. Aber auch verschiedene Mono- und Sesquiterpene sowie Alpha-Pinen und Flavonoide sind enthalten.

Durch die genannten Inhaltsstoffe wirkt der Salbei antibakteriell, desinfizierend, entzündungshemmend und wundheilungsfördernd. Daher kann das Öl besonders gut bei leichten Schnitt- und Schürfwunden eingesetzt werden. Auch bei Insektenstichen macht sich die antibakterielle und kühlende Wirkung bezahlt. Salbeiöl muss jedoch immer verdünnt angewendet werden, da es sonst zu starken Hautreizungen kommen kann.

Aber nicht nur äußerlich, auch auf den Schleimhäuten kann Salbei in Form des verdünnten Öles, als Spülung oder Gurgellösung verwendet werden und so bei Zahnfleischentzündungen und Zahnfleischbluten helfen. Daher ist er auch in vielen medizinischen Zahncremes enthalten. Salbei wirkt durch die enthaltenen Gerbstoffe adstringierend und verschließt so kleinere Wunden. Zudem beruhigt er die gereizten Schleimhäute auch bei Heiserkeit und Halsschmerzen.

Neben den Spülungen kann man auch Salbeitee zubereiten, dazu übergießt man etwa einen Teelöffel der getrockneten Droge mit 200 ml kochendem Wasser und lässt den Tee für die optimale Wirkung 10 bis 15 Minuten ziehen. Der Tee hat zudem auch auf die Verdauung einen positiven Effekt. Jedoch sollte Salbeitee nicht über einen längeren Zeitraum getrunken werden und nur maximal zwei bis drei Tassen pro Tag, da das enthaltene Thujon in hohen Dosierungen schädlich sein kann. Auch Schwangere und Stillende sollten Salbeitee meiden. Für stillende Mütter, die abstillen möchten, ist er wiederum sehr gut geeignet, da er eine natürliche Form von Östrogen enthält und dadurch die Milchproduktion senken kann.

Salbei kann aber auch im Sommer hilfreich sein, da die enthaltenen Gerbstoffe die Schweißsekretion regulieren. Daher kann er sehr gut bei Hyperhidrose eingesetzt werden. Hierfür eignet sich auch der sogenannte Muskatellersalbei bestens. Sowohl innerlich wie auch äußerlich wirkt Salbei übermäßiger Schweißproduktion entgegen. Deshalb eignen sich vor allem Fußbäder mit Salbei. Diese sollten nur mit lauwarmem Wasser gemacht werden, um den Effekt zu unterstützen. Zu heißes Wasser hat eher einen gegenteiligen Effekt.

Im kosmetischen Bereich kann Salbei auch bei unreiner Haut mit Pickeln und Mitessern oder in Shampoos gegen schnell fettendes Haar verwendet werden. Übrigens: Die Samen einiger Salbeiarten erfreuen sich seit geraumer Zeit als angepriesenes Superfood immer größerer Beliebtheit. Die sogenannten Chiasamen enthalten besonders viel Alpha-Linolensäure sowie Calcium und Ballaststoffe. Salbei ist ein wahrer Allrounder. Lediglich bei Kindern und Asthmatikern sollte er mit Vorsicht angewendet werden, da die ätherischen Öle die empfindlichen Atemwege reizen und im schlimmsten Fall einen Asthmaanfall auslösen können.