Heilpflanzenporträt

Rose: Die heilende Liebesbotschafterin Cynthia Möthrath, 14.02.2019 08:59 Uhr

Berlin -

Heute am Valentinstag wird die Rose besonders oft verschenkt. Sie ist nicht nur ein Symbol für Liebe, sondern hat auch zahleiche heilende Eigenschaften: Schon seit Jahrtausenden wird die Pflanze in der Volksheilkunde eingesetzt. Wissenschaftliche Belege für ihre Wirkungen gibt es jedoch bis heute nicht.

Die „Königin der Blumen“ wurde früher als Aphrodisiakum eingesetzt. Nicht umsonst ist die Rose bis heute das Symbol von Sinnlichkeit und Liebe. 2013 wurde die Damaszener-Rose zur Heilpflanze des Jahres gekürt. Ihre entzündungshemmenden und hautregenerierenden Eigenschaften werden bis heute vor allem in der Alternativmedizin geschätzt. Auch in der Aromatherapie nimmt der sanfte Duft der Rose einen wichtigen Stellenwert ein.

Früher wurden vor allem die Früchte der Rose – die Hagebutten – verwendet. Heute weiß man, dass auch die Blätter und das darin enthaltene Öl wohltuende Eigenschaften haben. Die enthaltenen Gerbstoffe wirken adstringierend und entzündungshemmend und sind daher beliebt bei Insektenstichen, Ekzemen, Verbrennungen und entzündlichen Hauterkrankungen. Auch bei gereizten, geschwollenen Augen oder Lidrandentzündungen können Rosen-Kompressen kühlend und abschwellend wirken.

Für die äußerliche Anwendung eignen sich außerdem Bäder und Umschläge. Aber auch Mundspülungen mit ein paar Tropfen Rosenöl können hergestellt werden und bei Aphten sowie Zahnfleischentzündungen helfen. Ein regelmäßig angewendetes Mundwasser mit Rosenöl kann auch vorbeugend bei empfindlichem Zahnfleisch eingesetzt werden.

Neben Gerbstoffen enthält die Rose Citronellol, Geraniol, Nerol, Flavonoide und Saponine. Für den charakteristischen Duft ist ein Keton, das sogenannte Damascenon, verantwortlich. Die wichtigsten Hauptanbaugebiete sind die Türkei, Indien, Persien, Bulgarien und Arabien. Doch auch in Deutschland ist der Rosenanbau verbreitet: Laut Statistischem Bundesamt wurden im Jahr 2017 bundesweit auf einer Fläche von ungefähr 323 Hektar Schnittrosen angebaut: Dies entspricht der Größe von etwa 450 Fußballfeldern.

Die Rose ist aber nicht nur für den äußerlichen Gebrauch geeignet, als Tee kann ihre krampflösende Eigenschaft bei Verdauungsbeschwerden und Menstruationsbeschwerden helfen. Für die Herstellung können sowohl die frischen Blütenblätter, als auch die getrocknete Droge verwendet werden. Die Blätter einer Knospe oder ein Esslöffel Droge werden mit 250 ml heißem, nicht mehr kochendem Wasser übergossen. Damit die ätherischen Öle nicht verfliegen, muss die Tasse während des zehnminütigen Ziehens abgedeckt werden.

Vor allem in der Aromatherapie hat sich die beruhigende und nervenstärkende Wirkung verbreitet. So soll der Duft des Öls gegen Kummer, Sorgen und Ängste helfen und auch stressbedingte Kopfschmerzen lindern. Ein Bad mit Rosenöl kann der Psyche gut tun und Ruhe und Kraft spenden. Die harmonisierenden und angstlösenden Eigenschaften des Öls finden daher auch bei der Geburt und in der Sterbebegleitung Einsatz.

Neben Rosenöl kann auch das bei der Herstellung abfallende Rosenhydrolat genutzt werden. Das oft auch als Rosenwasser bezeichnete Produkt wird häufig zum Backen verwendet und verleiht den Speisen ein besonderes Aroma. Da es besonders mild ist, kann es auch für die Säuglingspflege und zur Reinigung empfindlicher Haut verwendet werden.

Wegen ihrer positiven Einflüsse auf die Haut ist die Rose auch im Kosmetikbereich sehr beliebt: Bei empfindlicher, zu Rötungen neigender Haut und auch im Anti-Aging-Bereich kommen ihre hautpflegenden und beruhigenden Eigenschaften zum Einsatz. Auch trockene, leicht schuppende Haut kann durch die Inhaltsstoffe der Rose beruhigt werden. Viele Kosmetikhersteller haben ganze Serien mit Rosenöl im Sortiment.

Die Zusammensetzung des Rosenöls ist sehr komplex und kann je nach Sorte variieren. Bis zu 400 Einzelstoffe sind enthalten, die bis heute nicht alle vollständig identifiziert sind. Für die Gewinnung von einem Liter Öl werden etwa fünf Tonnen Blütenblätter benötigt. Damit zählt es zu den teuersten ätherischen Ölen der Welt.