PTA-Patenschaft: AVWL-Inhaber sind dabei 12.01.2026 12:42 Uhr
Das vom Landesapothekerverband Baden-Württemberg (LAV) initiierte Projekt der PTA-Patenschaft zieht weitere Kreise: Auch der Apothekerverband Westfalen-Lippe (AVWL) macht nun mit. „Ein Gewinn für alle Beteiligten“, sagt AVWL-Vorstandsmitglied Manuela Schier, Inhaberin aus Minden, zum Projekt.
Beim Programm schließen die PTA-Schüler:innen einen Arbeitsvertrag mit der Patenschaftsapotheke ab und sind somit bereits vor den Pflichtpraktika in der Apotheke im Einsatz und lernen den Berufsalltag kennen. Die Arbeitszeit kann entweder regelmäßig mit wenigen Stunden pro Woche in der Apotheke abgegolten werden oder verstärkt in den Ferien.
„Mit dem Projekt werden Schülerinnen, Schüler und Schulen schon frühzeitig während der Ausbildung mit den Apotheken vor Ort vernetzt. Ziel ist es, Theorie und Praxis noch besser miteinander zu verknüpfen, den Schülerinnen und Schülern frühzeitig Einblicke in den Berufsalltag zu geben und zugleich die Apotheken bei der Fachkräftesicherung zu unterstützen“, erklärt Schier das Konzept. „Apotheken wiederum knüpfen frühzeitig Kontakt zu angehenden Fachkräften und leisten zugleich einen Beitrag zu einer qualitativ hochwertigen Ausbildung. Nicht zuletzt kann die zusätzliche Rückkopplung mit dem Apothekenalltag auch die schulische Ausbildung bereichern.“
Die möglichst enge Praxisanbindung ist wertvoll, weiß Schier aus eigener Erfahrung: „Ich bin selbst gelernte PTA und habe während des anschließenden Pharmaziestudiums in meiner Ausbildungsapotheke gejobbt. Daher weiß ich, wie sehr die ständige Rückkopplung mit der Praxis motivieren kann: Es lernt sich viel leichter, wenn man weiß, wofür man das alles tut. Zudem kann man das theoretisch erworbene Wissen gleich in der Praxis festigen.“
Lieber Praxiserfahrungen statt Aushilfsjobs
Hinzukomme der Obolus, den viele PTA-Schüler:innen gut gebrauchen könnten. „Statt Aushilfsjobs zu übernehmen, können sie künftig Geld an ihrem Traumarbeitsplatz verdienen.“ Angesichts des Fachkräftemangels sollten Apotheken den vermeintlichen Mehraufwand nicht scheuen, meint die Inhaberin: „Wir bekommen nun die Chance, Schülerinnen und Schüler frühzeitig inhaltlich und fachlich zu unterstützen, zu ihrer Ausbildung beizutragen und erste Berufserfahrung zu vermitteln. So können wir uns als attraktive Arbeitgeber positionieren und Fachkräfte frühzeitig an uns binden. Das kommt auch unseren Teams zugute, die auf diese Weise gute Kolleginnen und Kollegen gewinnen. Die Zeit, die wir heute in die Patenkinder investieren, sparen wir im Übrigen später bei der Einarbeitung nach der schulischen Ausbildung.“
Um teilzunehmen, registrieren sich interessierte Schüler:innen und Apotheken auf der Projekt-Webseite. Sie können sich dann auch gleich bei ihren Wunsch-Apotheken bewerben. Es folgt ein Kennenlerngespräch zwischen der jeweiligen Schule und der Apotheke: „Bei gegenseitigem Interesse kann ein Arbeitsvertrag geschlossen werden.“
Projekt läuft fast deutschlandweit
Das vom LAV initiierte Projekt wurde inzwischen bereits auf alle Bundesländer ausgeweitet – bis auf das Saarland. In allen anderen Bundesländern können interessierte PTA-Schüler:innen bereits jetzt – wenn auch in unterschiedlicher Anzahl – eine Patenapotheke finden. In ganz Nordrhein-Westfalen sind es bisher jedoch nur sieben registrierte Partnerapotheken, was sich jetzt schnell ändern könnte.