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Neue Kollegen richtig einarbeiten dpa, 01.08.2016 21:00 Uhr

Richtig einarbeiten: Der Umgang mit neuen Teammitgliedern will gelernt sein. Auch hierbei gibt es Tabus und No-Gos. Foto: Marcus Witte
Freudenberg - 

Die ersten Tage in einem neuen Job sind aufregend – nicht nur für den Neuen selbst, sondern auch für seine Kollegen. Tipps und Hinweise dürfen diese gerne geben, Klatsch und Tratsch sind dagegen tabu. Und selbst bei Ratschlägen ist Zurückhaltung in mancher Situation besser.

Wo ist was zu finden? Wie geht das? Und warum ist es so? Neue Mitarbeiter im Team haben in der Regel viele Fragen. Diese sollten ihre Kollegen nicht nur beantworten, sondern dabei auch freundlich und offen bleiben, rät die Psychologin Juliane Dreisbach. Negative Gefühle gegenüber dem Neuen kann es zwar geben – zum Beispiel, weil man den Vorgänger vermisst oder die Stelle selbst haben wollte. Davon sollte man sich aber befreien, sagt die Expertin.

Gefragt als Informationsquelle sind Kollegen vor allem, wenn es im Unternehmen keine offizielle Vorstellung der Neuen oder ein Mentorenprogramm gibt. „Das ist leider häufig ein Manko“, sagt Dreisbach.

Sie empfiehlt in solchen Fällen, den neuen Kollegen nicht nur zum Mittagessen mitzunehmen, sondern ihn auch reihum und persönlich bei anderen Mitarbeitern vorzustellen. „Führen Sie ihn ruhig einmal herum und nehmen Sie ihn auch mit zu wichtigen Terminen“, rät Dreisbach. „Aber natürlich nur, wenn er das möchte.“

Diese Regel gilt auch bei Tipps und Hinweisen. Denn was gut gemeint ist, kommt nicht immer gut an. „Manche Leute mögen einfach keine Ratschläge, eventuell sind Sie dann als Kollege direkt unten durch“, warnt Dreisbach. Wer einen Tipp geben möchte, sollte ihn deshalb mit einer Frage wie „Darf ich ihnen einen Hinweis geben?“ einleiten.

Das gilt gerade, wenn man das Gefühl hat, der Neue könnte überfordert sein. „Nur weil Sie das so sehen, muss das noch lange nicht so sein“, sagt Dreisbach. Übertriebene Hilfsbereitschaft wirkt in solchen Situationen schnell unangemessen. Hier ist eher Zurückhaltung gefragt: „Erstmal ist jeder für sich selbst verantwortlich.“

Tabu sind Klatsch und Tratsch. „Das ist ein absolutes No-Go“, warnt Dreisbach. „Mit Bewertungen von Kollegen und Chefs muss ich mich immer zurückhalten, das muss alles auf der professionellen Ebene bleiben.“ Ein Tipp wie „Heute wäre ein guter Tag für ein Gespräch mit dem Chef“ ist also noch okay – „montags hat der immer schlechte Laune“ hingegen eher nicht.