DEET als Repellent

Mückenschutz: Gibt es gesundheitliche Risiken? 12.08.2026 13:45 Uhr

Berlin - 

Die Mückensaison ist bereits in vollem Gange. Wer sich draußen aufhält, greift häufig auch zum Insektenspray. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hat sich mit Repellentien und deren gesundheitlichen Risiken auseinandergesetzt. Ein Überblick.

Repellentien sollen Mücken, Zecken und andere Insekten fernhalten und so vor unangenehmen Stichen und damit auch vor bestimmten Krankheiten schützen. Die Präparate werden in der Regel direkt auf die Haut oder Kleidungsabschlüsse aufgetragen. „Chemische Wirkstoffe wie Diethyltoluamid (DEET), Icaridin und Ethyl-Butylacetylaminopropionat (IR3535) blockieren in Folge die Geruchsrezeptoren der Insekten. So können diese dem menschlichen Geruch nicht mehr folgen“, erklärt das BfR.

Biozidprodukte mit Nebenwirkungen

Weil Repellentien chemische oder biologische Wirkstoffe enthalten, welche Organismen töten, unschädlich machen oder abschrecken können, zählen sie zu den sogenannten Biozidprodukten. Deshalb müssen sie vor dem Inverkehrbringen ein Zulassungsverfahren durchlaufen. Nur so kann die Sicherheit für Mensch und Umwelt gewährleistet werden. „Die Mittel dürfen derzeit für eine Übergangszeit noch ohne Zulassung auf dem Markt bleiben, wenn sie vor Inkrafttreten der Biozidgesetzgebung bereits auf dem Markt waren“, so das BfR.

Das Problem: „Werden Insektensprays unsachgemäß angewandt, können einige Wirkstoffe zu Augen-, Haut- und Schleimhautreizungen führen.“ Hier steht laut dem BfR besonders der Wirkstoff DEET im Vordergrund. Dieser zählt zu den wirksamsten Wirkstoffen und wird unter anderem vom Tropeninstitut für Reisen in tropische Gebiete empfohlen, in denen Krankheiten wie beispielsweise Denguefieber, Malaria, Zika und Gelbfieber vorkommen. „Die Wirkdauer ist abhängig von der Konzentration im Mittel selbst und kann bis zu acht Stunden anhalten. Generell wirkt DEET besser gegen Mücken als gegen Zecken.“

Drei Wirkstoffe in Repellentien

DEET-haltige Produkte können in höherer Konzentration die Schleimhäute reizen. „Bei unsachgemäßer Verwendung kann der Wirkstoff giftig auf das Nervensystem wirken und sollte deshalb nicht großflächig oder dauerhaft angewandt werden“, rät das BfR. „Darüber hinaus kann DEET Kunststoffoberflächen schädigen, da der Wirkstoff Kunststoff angreift – beispielsweise Sonnenbrillen, Handys oder Kleidung aus Kunstfasern.“

Icaridin wirkt ähnlich wie DEET, gilt aber als besser verträglich. „Dennoch kann es zu Augen- und Hautreizungen bei der Verwendung kommen“, so das BfR. Im Gegensatz zu DEET-Produkten können Icaridin-haltige Repellentien für Kinder ab zwei Jahren verwendet werden, so das BfR. „Icaridin ist wirksam gegen in Deutschland und Mitteleuropa vorkommende Stechmücken und Zecken, wirkt aber in der Regel kürzer als DEET und greift Kunststoffe nicht an.“

Eine Alternative kann laut BfR IR3535 sein: „Dieser Wirkstoff ist zwar ähnlich effektiv, hat aber eine kürzere Wirkdauer als die anderen beiden Stoffe, ist hautverträglicher und reizt die Schleimhäute in der Regel kaum.“

Welche Alternativen gibt es?

„Alternativen zu synthetischen Wirkstoffen sind natürliche Wirkstoffe, bei denen es sich häufig um ätherische Öle wie Zitrusöl, Teebaumöl oder Eukalyptusöl oder deren Inhaltsstoffe handelt“, erklärt das Institut. „Ihre Wirkung wird jedoch als schwächer und weniger lang anhaltend als die der bereits genannten synthetischen Wirkstoffe beschrieben. Für diese Wirkstoffe liegt jedoch noch keine behördliche Bewertung vor“, heißt es weiter.

Gesundheitliches Risiko?

Repellentien sind laut BfR bei sachgemäßer Anwendung in der Regel gut verträglich. „Bei unsachgemäßem Gebrauch, wie zu hoher Konzentration, zu häufigen Wiederholungen, Anwendung über einen längeren Zeitraum oder bei Kindern unter zwei Jahren, kann es jedoch zu Haut- und Schleimhautreizungen kommen.“ Dazu zählen Rötungen, Hautirritation oder Blasenbildung, Augenreizung bei Kontakt mit den Augen, Atemwegsbeschwerden oder bei DEET-haltigen Produkten in seltenen Fällen auch neurologische Auswirkungen wie Schwindel oder Kopfschmerzen, zählt das BfR auf.

Tipps zur Anwendung

Repellentien sollten grundsätzlich nicht auf Wunden, irritierte Hautstellen (Sonnenbrand), Schleimhäute oder auf die Hände von Kleinkindern aufgetragen werden. „Darüber hinaus sollte das Auftragen der Produkte bei Kindern unter 12 Jahren von den Eltern vorgenommen werden, damit eine adäquate Menge der Gebrauchsanweisung entsprechend, aufgetragen wird und Kinderhände nicht mit dem Produkt in Kontakt kommen“, erklärt das BfR.

„Wer auf Nummer sicher gehen möchte, sollte bei Kindern unter zwei Jahren auf Insektenschutzmittel verzichten und stattdessen dafür sorgen, dass Insekten durch Insektenschutzgitter an Fenstern und Türen gar nicht erst in die Wohnung kommen können.“ Unterwegs könnten Insektenschutznetze für Kinderwagen ebenfalls helfen, so das BfR. „Darüber hinaus helfen geeignete, langärmelige Kleidung und das Vermeiden des Aufenthalts im Freien während der Dämmerung, Mückenstichen vorzubeugen.“