Asthma und COPD

Fünf Tipps zu Inhalationssystemen Nadine Tröbitscher, 07.03.2017 12:37 Uhr

Berlin - An der chronischen Lungenkrankheit Asthma leiden etwa sechs Millionen Deutsche. Etwa fünf Prozent der Erwachsen und zwischen zehn und fünfzehn der Kinder und Jugendlichen sind erkrankt. Für die Therapie, die jährlich etwa 2,5 Milliarden Euro kostet, werden unter anderem Inhalatoren eingesetzt, die in ihrer Handhabung unterschiedlich sind. Für eine richtige Inhalation müssen einige Dinge beachtet werden.

Tipp eins: Inhalationsroutine. Allgemein unterliegt eine Inhalation einer täglichen Routine. Grundsätzlich sollten die Patienten mit aufrechtem Oberkörper, also im Sitzen oder Stehen die Arzneimittel anwenden. Vor dem Sprühstoß sollte langsam und entspannt ausgeatmet werden. Mit dem Einatmen über etwa drei Sekunden sollte der Sprühstoß am Inhalator ausgelöst werden. Dabei ist das Mundstück fest mit den Lippen zu umschließen. Damit der Wirkstoff auch in den Bronchien wirken kann, sollten die Patienten die Luft für etwa fünf bis zehn Sekunden anhalten und langsam über die Lippenbremse wieder ausatmen. Bis zur nächsten Inhalation sollte mindestens eine Minute vergehen. Aerosole sind vor der Anwendung zu schütteln. Werden Cortisoide inhaliert, sollte nach der Anwendung der Mund ausgespült werden oder gegessen oder getrunken werden.

Tipp zwei: Dosieraerosole. Im Handel sind verschiedene Inhalatortypen. Dosieraerosole sind Treibgas betriebene Systeme. Sie pressen die Wirkstofflösung durch ein Ventil und erzeugen so kleine Tröpfchen, ein sogenanntes Aerosol. Das FCKW-frei Treibgas verdunstet und der Wirkstoff gelangt in die Bronchien. Der Sprühstoß wird durch Drücken auf den Wirkstoffbehälter ausgelöst. Drücken und Einatmen sollten zeitgleich erfolgen, dabei ist Koordination gefragt. Um zum Beispiel Kindern die Inhalation zu erleichtern, kann ein Spacer verwendet werden. Dieser wird auf den Inhalator aufgesetzt, der Sprühstoß ausgelöst und das Aerosol aus der Luftkammer über ein Mundstück oder eine Maske eingeatmet.

Tipp drei: Pulverinhalatoren. Die Inhalation wird vom eigenen Atemzug gesteuert, das bedeutet dass der Wirkstoff durch Ansaugen freigesetzt wird und die tiefe und Menge der Inhalation von dem eigenen Atemvolumen abhängig ist. Je kräftiger der Einatemzug desto tiefer die Inhalation. Diese Inhalatoren sind nicht für Kinder unter fünf Jahren geeignet. Patienten sollten darauf achten nicht in das Gerät auszuatmen, da das Pulver feuchtigkeitsempfindlich ist. Nach jeder Inhalator sollte das System gereinigt und von Pulverresten befreit werden. Beim Diskus beispielsweise ist das Pulver auf einem Blister vorportioniert und wird mit dem Öffnen der Schutzkappe in den Inhalationskanal freigegeben. Alternativ kann das Pulver auch in Kapseln enthalten sein, die vor der Inhalation angestochen werden müssen.



Tipp vier: Respimat und Novolizer. Der Respimat ist ein sogenannter Soft Inhaler ohne Treibgas. Patienten müssen die Wirkstoffkapsel in das Gehäuseteil einsetzten. Für die Inhalation wird das System waagerecht gehalten. Zuvor ist das Gehäuse in Pfeilrichtung zu drehen, bis es einrastet, dabei wird eine Feder gespannt. Wird der Auslöser gedrückt, entspannt sich diese und die Wirkstofflösung wird mit etwa 250 bar durch eine Düse gepresst. Einatmen und Drücken des Auslösers müssen gleichzeitig erfolgen.

Der Novolizer ist ein Pulverinhalator mit austauschbarer Patrone. Wird der Auslöser betätigt, vernehmen die Patienten zwei Klickgeräusche. Zum einen wird der Patrone ein mechanischer Stoß versetzt und zum anderen das Pulver freigesetzt. Nun ist im Sichtfenster ein grüner Streifen sichtbar und das Gerät zur Inhalation bereit. Patienten können das Pulver einatmen, bis sie erneut ein Klicken hören. Dann springt die Farbe im Sichtfenster um und die Inhalation ist beendet.

Tipp fünf: Autohaler und Easybreathe. Beim Autohaler spannt der Patient durch Betätigen des Kipphebels einen Federmechanismus. Die Kraft des Einatemsoges entsperrt den Blockierhebel und setzt den Wirkstoff frei. Ein ähnliches Prinzip liegt beim Easybreathe-System vor. Ein Federmechanismus wird durch Auf- und Zuklappen der Schutzkappe des Mundstückes gespannt und die Feder beim Öffnen freigegeben. Atmet der Patient ein wird das Vakuum aufgelöst, die Feder gelöst und der Wirkstoff freigesetzt.