Wundversorgung

Fünf Tipps zur Pflasterauswahl APOTHEKE ADHOC, 03.12.2019 13:28 Uhr

  • Steril oder unsteril, Pflasterbögen oder fertige Strips, rund oder eckig? Bei der Auswahl des richtigen Pflasters müssen einige Aspekte beachtet werden. Foto: APOTHEKE ADHOC

Berlin - Pflaster scheinen auf den ersten Blick ein triviales Beratungsthema zu sein. Doch bei der Beratung und Auswahl gibt es einiges zu beachten: Denn je nach Verletzung sind manche Pflaster besser geeignet als andere und nicht jeder Patient verträgt alle Klebemassen. Pflaster können sowohl zum Schutz vor weiteren Verletzungen, Druck und Keimen dienen oder auch mit einer aufgetragenen Salbe oder Creme kombiniert werden. Damit die Wunde schnell heilt, kommen hier fünf Tipps zur richtigen Pflasterauswahl.

Tipp eins: Steril oder unsteril?

Ein wesentlicher Aspekt bei der Pflasterauswahl ist die Abgrenzung zwischen sterilen und unsterilen Wundauflagen: Häufig reichen unsterile Pflaster aus, zum Beispiel wenn es sich um kleinere Verletzungen handelt. Nach chirurgischen Eingriffen sollte jedoch in jedem Fall ein steriles Pflaster gewählt werden, um Entzündungen vorzubeugen. Gleiches gilt für Wunden mit einem hohen Infektionsrisiko wie Bisswunden oder Schnittverletzungen im Haushalt. Hier können für eine bessere Wundversorgung auch Pflaster mit silberbedampften Wundauflagen zum Einsatz kommen: Diese wirken antibakteriell und senken das Infektionsrisiko. Soll die Verletzung unter keinen Umständen mit der Wundauflage verkleben, können auch mit Vaseline beschichtete Kompressen eingesetzt werden.

Tipp zwei: Klebemasse und Größe

Je nach Kundenwunsch gibt es Pflasterbögen zum Selbstzuschneiden oder fertige Pflasterstrips in verschiedenen Größen. Häufig werden diese auch in Mix-Packungen angeboten. Bei sterilen Pflastern muss darauf geachtet werden, dass die Wundauflage die gesamte Verletzung bedeckt und diese nicht mit dem Kleberand in Kontakt kommt. Im Zweifelsfall sollte das Pflaster lieber zu groß als zu klein gewählt werden. Wichtig ist auch die Auswahl der Klebemasse. Generell wird zwischen zwei verschiedenen unterschieden: Zinkoxid-Kautschuk-Klebemasse und Polyacrylat. Erstere klebt erheblich besser und eignet sich daher zum Beispiel für Verletzungen am Bewegungsapparat oder für sehr aktive Kunden. Jedoch führt diese Eigenschaft auch dazu, dass beim Entfernen größere Schmerzen auftreten und Rückstände auf der Haut verbleiben.

Viele Kunden reagieren zudem allergisch auf die Klebemasse. Personen mit empfindlicher Haut, Hauterkrankungen oder Allergiker sollten daher eher auf hypoallergene Pflaster mit einer Polyacrylat-Klebemasse ausweichen. Oft tragen solche Pflaster den Zusatz „sensitiv“. Sie haben zwar eine geringere Klebekraft, führen jedoch dafür seltener zu allergischen Reaktionen. Auch für Kinder eignet sich diese Klebemasse besser, da die Pflaster schmerzfrei und ohne Rückstände entfernt werden können.

Tipp vier: Spezialpflaster nutzen

Für verschiedene Verletzungen gibt es Spezialpflaster: Bei Verletzungen an der Fingerkuppe sind sogenannte Fingerkuppenverbände sinnvoll. Diese sind so geformt, dass sie perfekt um die Kuppe geklebt werden können. Dadurch wird sie von allen Seiten geschützt und das Pflaster hält besser. Sind bei einer Verletzung der Fingerkuppe keine Spezialpflaster zur Hand, kann ganz leicht aus einem normalen Pflaster ein Fingerkuppenpflaster geschnitten werden: Dazu wird die Klebefläche links und rechts von der Wundauflage keilförmig eingeschnitten. Für Verletzungen, die sich zwar am Finger, aber nicht an der Fingerkuppe befinden, gibt es außerdem spezielle Finger-Pflaster: Bei solchen Pflastern befindet sich die Wundauflage nicht mittig in der Klebefläche, sondern seitlich versetzt, sodass die Klebefläche einmal komplett um den Finger gewickelt werden kann und das Pflaster besser hält.

Tipp vier: Sprühpflaster „to go“

Für unterwegs eignet sich bei oberflächlichen Wunden wie Schürfwunden oder kleinen Schnittwunden ein Sprühpflaster. Für die Anwendung ist kein direkter Hautkontakt nötig – ein Zurechtschneiden und Aufkleben entfällt. Sie werden direkt auf die Wunde aufgesprüht und bilden einen wasserfesten, transparenten, atmungsaktiven Film auf der Haut. Dieser soll die Wunde vor dem Eindringen von Schmutz und Keimen schützen. Nicht geeignet sind Sprühpflaster hingegen bei Verbrennungen, tiefen oder sehr stark blutenden Wunden. Bei der Anwendung kann es anfänglich zu einem Brennen der Wunde kommen.

Tipp fünf: Blasenpflaster für die Füße

Bei Blasen an den Füßen haben sich spezielle Hydrokolloid-Pflaster bewährt: Diese werden auf die Blase aufgeklebt und sollen so lange auf ihr verbleiben, bis sie sich von selbst lösen und abfallen. Werden sie gewaltsam gelöst, kann es zu weiteren Verletzungen kommen. Für eine optimale Anwendung sollten die Pflaster vor dem Aufkleben in der Hand erwärmt werden. Anschließend werden sie für etwa eine Minute fest aufgedrückt. Blasenpflaster polstern die betroffene Stelle ab und schützen sie vor weiterer Reibung und Druck. Außerdem nimmt das Gel die austretende Wundflüssigkeit auf. Solche Spezialpflaster arbeiten mit dem Prinzip der feuchten Wundbehandlung und schaffen ein ideales Milieu für die Wundheilung. Je nachdem wo sich die Blase befindet, gibt es verschiedene Formen für die Ferse oder die Zehen.