Erkältungspräparate

Fünf Tipps gegen Halsschmerzen APOTHEKE ADHOC, 24.10.2017 14:43 Uhr

Berlin - 

Hilfe bei Halsweh: Wenn es kratzt, bei Schlucken und Sprechen schmerzt, der Hals gerötet ist oder die Stimme schwindet, sind meist relativ harmlose Rhinoviren der Auslöser. Erwachsene leiden etwa zwei- bis dreimal pro Jahr unter Halsschmerzen. Gegen die unangenehmen Beschwerden gilt es schnell zu handeln. Fünf Tipps, wie man Hals- und Rachenentzündungen schneller los wird.

Tipp eins: Tabletten oder Spray. Halsschmerzen können unterschiedliche Ursachen haben. Sie können Symptom eines banalen grippalen Infektes sein oder als akute Rachenentzündung (Pharyngitis) oder akute Mandelentzündung (Tonsillitis) als eigenständige Erkrankung auftreten. Die Behandlung richtet sich nach den Beschwerden und der Art der Infektion.

Für die Therapie stehen unterschiedliche Darreichungsformen und Wirkstoffe zur Verfügung. Klagen Betroffene über ein leichtes Kratzen im Hals oder Heiserkeit, können befeuchtende Lutschtabletten Linderung verschaffen. Geeignet sind vor allem Lutschtabletten, die Schleimstoffe enthalten und sich wie ein Pflaster schützend auf die gereizte Hals- und Rachenschleimhaut legen. In Frage kommen beispielsweise Ipalat (Anis/Fenchel/Honig/Primelwurzel, Dr. Pfleger), IslaMoss (Isländisch Moos, Engelhard), GeloRevoice (Hyaluronsäure/Carbomer/Xanthan, Pohl Boskamp). Auch Emser Pastillen (Siemens & Co.) mit ihrem charakteristisch salzigem Geschmack können den Hals befeuchten und Heiserkeit lindern.

Bei starken Schluckbeschwerden können Lutschpastillen oder Sprays mit einem betäubenden Effekt empfohlen werden. Die Präparate können das Lokalanästhetikum Benzocain enthalten. Erhältlich sind Monopräparate wie Neo Angin Benzocain Dolo (Klosterfrau), Lemocin Forte (GSK) oder Angin Hexal Dolo (Hexal) sowie Kombinationen mit desinfizierenden oder lokal antibiotischen Arzneistoffen. Dazu zählen beispielsweise der Klassiker Dolo Dobendan (Cetylpyridiniumchlorid/Benzocain, Reckitt Benckiser), Dorithricin (Tyrothricin/Benzalkoniumchlorid/Benzocain, Medice), Lemocin (Thyrothricin/Cetrimoniumbromid/Lidocain, GSK) und Locastad (Lidocain/Amylmetacresol/Dichlorbenzylalkohol, Stada).

Bei Entzündungen, die mit einer Rötung oder Schmerzen einhergehen, können entzündungshemmende und desinfizierende Präparate angewendet werden. Geeignet sind das generische Benzydamin enthalten in Tantum Verde (Angelini), Neo Angin Benzydamin (Klosterfrau) oder Septolete in Kombination mit Cetylpyridiniumchlorid (TAD). Cetylpyridiniumchlorid ist im Monopräparat Neo Angin enthalten. Entzündungshemmend ist ebenfalls Flurbiprofen, bekannt aus Dobendan direkt (Reckitt Benckiser), Flurbiprofen Al (Aliud) oder Flurbihexal (Hexal). Flurbiprofen ist nicht für Asthmatiker geeignet: Der Wirkstoff kann bei empfindlichen Patienten einen Anfall auslösen, da der Anteil an bronchokonstriktiv wirkenden Leukotrienen erhöht wird. Asthmatiker sollten ebenfalls Abstand nehmen von den Produkten der Marke Neo Angin, ausgenommen Benzocain, und Tantum verde.

Sprays wie Wick Sulagil (Lidocainhydrochlorid/Cetylpyridiniumchlorid/Dequaliniumchlorid, Procter&Gamble), Tantum Verde, Dobendan direkt oder Neo Angin Halsspray (Amylmetacresol/Dichlorbenzylalkohol/Levomenthol, Klosterfrau) können gezielt in den Rachen gesprüht werden. Sie haben gegenüber Lutschtabletten den Vorteil, das sie durch den Speichel nicht weiter verdünnt werden und so konzentrierter wirken können.

Tipp zwei: Gurgeln. Zum Gurgeln eignen sich gebrauchsfertige Lösungen oder Konzentrate aus der Apotheke sowie bekannte Hausmittel. Für das Gurgeln mit lauwarmem Salzwasser wird 1/4 Teelöffel Salz in etwa 200 ml warmem Wasser gelöst. Einige Betroffene greifen auch zu Kamillen- oder Salbeitee. Aus der Apotheke kommen Hexoral (Hexetidin, Johnson&Johnson), Tantum Verde, Gurgellösung Ratiopharm (Dequalinium) oder Chlorhexamed (Chlorhexidin, GSK) sowie Mallebrin (Aluminium, Krewel Meuselbach).

Tipp drei: Halswickel. Wer unter Halsschmerzen leidet, sollte den Hals warm halten, denn Wärme fördert die Durchblutung. Geeignet sind neben dem Schal auch Wickel. Dazu wird ein Küchenhandtuch mit warmem Wasser getränkt und anschließend ausgewrungen. Das nasse Tuch wird dann um den Hals gelegt und von einem Wollschal oder einem trockenem Tuch bedeckt. Nach 20 bis 30 Minuten kann der Wickel entfernt werden. Betroffene können den Wickel auch mit Retterspitz äußerlich durchführen.

Tipp vier: Viel Trinken. Halsschmerzgeplagte sollten viel trinken, pro Tag sollten es zwei Liter sein. So können die Erkältungsviren ausgeschwemmt und die Schleimhäute befeuchtet werden. Einige Tees können zudem entzündungs- und keimhemmend wirken. Geeignet sind Salbei, Thymian, Kamille oder auch Malve sowie Ingwer und Zitrone. Auch die heiße Milch mit Honig kann zum Einsatz kommen.

Tipp fünf: Ruhe und alternative Heilmethoden. Ruhe und das Vermeiden von körperlicher Anstrengung sind bei Halsschmerzen wie bei jedem anderen Infekt wichtig für die Regenartion des Immunsystems, das auf Hochtouren läuft. Wer nicht zu chemischen Mitteln greifen will, kann auch in der Homöopathie das passende Produkt finden. Der Klassiker ist Phytolacca, enthalten in Tonsipret (Bionorica). Das Präparat enthält zudem Arzneipaprika und Pockholz: Capsicum besitzt schmerzlindernde Eigenschaften, Kermesbeere und Pockholz wirken entzündungshemmend. Bei brennenden und pulsierenden Schmerzen kann auf Belladonna zurückgegriffen werden. Weitere Komplexmittel sind Tonsiotren (Atropinum sulfuricum/Hepar sulfuris/Kalium bichromicum/Mercurius bijodatus/Silicea, DHU) gegen Entzündung, Schmerz und Schwellung sowie Anis Pyrit bei Heiserkeit nach Hals- und Kehlkopfentzündungen. Bolus Eucalypti Comp (Apis/Belladonna/Eucalyptus/weißer Ton, Weleda) wird bei Mandelentzündung oder Entzündungen der Mund- und Rachenschleimhäute eingesetzt.